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Kriegerdenkmäler in Bayern:"Wieso sollte man alte Naziarchitektur erhalten?"

Das Kriegerdenkmal in Gundelfingen

Wandlung: Das Kriegerdenkmal in Gundelfingen aus dem Jahr 1938 wurde stark verändert. Dem sind viele Diskussionen mit den Einwohnern vorausgegangen. Seit Februar steht es nun als Friedensdenkmal in dem kleinen schwäbischen Ort.

(Foto: Boris Storz)

Abreißen, erhalten, umgestalten? 76 Jahre nach Kriegsende wird längst über den Umgang mit Kriegerdenkmälern debattiert. Über Erinnerungskultur, problematische Heldenverehrung und die Frage: Braucht ein demokratisches Land diese Denkmäler?

Von Florian Fuchs, Hans Kratzer und Matthias Köpf

Eigentlich, sagt Cornelia Rapp, hätte sie das Kriegerdenkmal am liebsten weggerissen. "Ein grässlicher Bau", entfährt es der Künstlerin noch heute. "Wieso sollte man alte Naziarchitektur erhalten?" Sie hat sich dann aber doch an die Arbeit gemacht, gemeinsam mit dem Landschaftsarchitekten Martin Wich. Sie haben das braune Denkmal aus dem Jahr 1938 weiß geschlemmt. Sie haben die schwere Bronzetür rausgerissen und einen blauen, trapezförmigen Glaskubus eingesetzt. "Um symbolhaft das Alte zu durchschreiten", sagt Rapp. Das Kriegerdenkmal, das sie am liebsten abgerissen hätte, steht seit Februar als Friedensdenkmal im kleinen schwäbischen Ort Gundelfingen - und wird gut angenommen.

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