Gesundheit in BayernKrankenkasse: Krankenstand sinkt leicht, aber mehr Langzeitfälle

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Grippale Infekte waren der hähfigste Grund für Krankschreibungen in Bayern.
Grippale Infekte waren der hähfigste Grund für Krankschreibungen in Bayern.
Foto: Bernd Weißbrod/dpa

Weniger Atemwegserkrankungen, aber mehr Langzeitausfälle: Vor allem psychische Erkrankungen führten bei AOK-Versicherten in Bayern zur vielen Fehltagen.

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In Bayern ist der Krankenstand von AOK-versicherten Erwerbstätigen leicht zurückgegangen. Sie waren nach Daten der Krankenkasse durchschnittlich 21,1 Tage krankgeschrieben (21,6 Tage im Vorjahr), wie die AOK Bayern mitteilte. Das entspreche einem Krankenstand von 5,8 Prozent der Tage im Kalenderjahr (5,9 Prozent im Vorjahr). Das ergab eine Auswertung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK.

Die meisten Krankschreibungen gab es wegen Atemwegserkrankungen vom grippalen Infekt bis zur echten Grippe. Diese Infekte erfordern in der Regel keine lange Krankschreibung. Sie machten nur 4,1 Krankheitstage aus – und damit sogar etwas weniger als im Jahr zuvor. Das erklärt auch den leichten Rückgang des Krankenstands insgesamt.

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„Sorge bereitet uns jedoch der Anstieg der Langzeiterkrankungen mit einer Dauer von über sechs Wochen, die laut unseren Auswertungen den fortwährend hohen Krankenstand wesentlich mitverursachen“, erläuterte Irmgard Stippler, Vorstandsvorsitzende der AOK Bayern. Diese Erkrankungen betrafen mit etwas mehr als drei Prozent zwar einen geringen Teil der Krankmeldungen insgesamt, machten aber wegen ihrer langen Dauer mit rund 40 Prozent den höchsten Anteil der Fehltage aus.

Größter Treiber für den Anstieg der Langzeiterkrankungen waren die psychischen Erkrankungen. Die Zahl der Fehltage durch psychische Erkrankungen von mehr als sechs Wochen stieg zwischen 2016 und 2025 um fast 50 Prozent. Im Vergleich zu anderen Diagnosen waren sie auch mit den längsten Ausfallzeiten verbunden.

Für noch mehr Fehlzeiten als psychischen Erkrankungen waren dennoch wie in den Vorjahren weiter Muskel-Skelett-Erkrankungen verantwortlich. Sie machten 5,8 der 21,1 Fehltage aus, gefolgt von den 4,1 Tagen wegen Atemwegsinfekten und 3,5 Tagen wegen psychischer Erkrankungen.

Im Bundesvergleich hatten die AOK-versicherten Beschäftigten in Bayern zusammen mit Baden-Württemberg den zweitniedrigsten Krankenstand hinter Berlin (5,6 Prozent). Dabei gab es ein Nord-Süd-Gefälle: Oberfranken war Spitzenreiter mit einem Krankenstand von 6,7 Prozent gegenüber Oberbayern mit dem niedrigsten Wert von 5,1 Prozent.

Die AOK-Statistiker erläuterten erneut, das in der Politik diskutierte hohe Niveau der Fehlzeiten seit 2022 sei in erster Linie durch einen statistischen Effekt infolge der Einführung der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung zu erklären. Damit würden insbesondere kurzzeitige Erkrankungen vollständiger erfasst. Sämtliche Untersuchungen hätten keinen Zusammenhang zwischen telefonischer Krankschreibung und hohem Krankenstand ergeben.

Die AOK ist mit 4,6 Millionen Versicherten in Bayern die größte Krankenkasse im Freistaat. Der größte Teil der AOK-versicherten Beschäftigten war 2025 in den Branchen Dienstleistungen, verarbeitendes Gewerbe und Handel tätig.

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