Müsste man den Vornamen eines Landratskandidaten erraten, hätte man mit Thomas die besten Chancen. Mit einer relativen Häufigkeit von mehr als fünf Prozent darf man rechnen. Thomas ist der häufigste Vorname der 313 bayerischen Landratsbewerberinnen und Landratsbewerber, gefolgt von Christian, Andreas, Markus, Martin und Michael. Eigentlich hätte man doch den Sepp, Franz oder Xaver erwartet. Doch diese Namen findet man gar nicht so oft.
Ein 280-seitiges Dokument des Bayerischen Landesamts für Statistik liefert Material, um den typischen Landratsbewerber zu skizzieren: Der ist zunächst mal keine Frau und heißt nur selten Muhammet oder Yatin. Er arbeitet entweder schon als Landrat oder zumindest als Bürgermeister. Geboren ist Thomas um das Jahr 1970.

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Und ja, Thomas tritt für die CSU an. Das zeigt sich schon an den noch amtierenden Landräten Thomas Karmasin in Fürstenfeldbruck, Thomas Eichinger in Landsberg am Lech, Thomas Ebeling in Schwandorf, Thomas Bold in Bad Kissingen, Thomas Habermann in Rhön-Grabfeld und Thomas Eberth in Würzburg. Müsste man also den Vornamen eines amtierenden Landrats erraten, liegt man mit Thomas sogar in acht Prozent der Fälle richtig. Vielleicht erhöht der Name ja die Wahlchancen. Ein geheimer CSU-Trick? Es ist schon auffällig, dass alle Landräte mit dem Vornamen Thomas von der CSU sind.
Neben dem Vornamen Thomas kann freilich auch ein Doktortitel bei der Landratswahl nicht schaden. Dieser Gedanke spielte wohl in den CSU-Gremien eine Rolle bei der Kandidatenauswahl. Neun von 62 CSU-Bewerberinnen und -Bewerbern führen einen akademischen Titel. Und das, obwohl so ein Doktortitel durchaus ein politisches Risiko darstellt. Man denke an den früheren Miesbacher Landrat Jakob Kreidl, bekannt aus der Miesbacher Amigoaffäre. Oder an Karl-Theodor zu Guttenberg.
Auch Martin Huber und Andreas Scheuer verzichten inzwischen auf ihren Titel. Jedoch vollkommen freiwillig. Bei den Sozialdemokraten führen im Gegensatz zur CSU nur zwei von 44 Bewerberinnen und Bewerbern für das Landratsamt einen akademischen Titel. Doch verstecken muss sich die SPD nicht. Sie schickt immerhin mit dem ehemaligen Audi-Vorstand Werner Widuckel den einzigen Universitätsprofessor ins Rennen.

