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Kommunalwahl 2020:Was vom Amte übrig bleibt

Und da zieht er von dannen: In mehreren Kommunen wechseln nach der Kommunalwahl die Bürgermeister. Foto: dpa; Bildbearbeitung: SZ

In Bayerns Kommunen steht ein großer Wechsel an, mehr als die Hälfte der Bürgermeisterinnen und Bürgermeister tritt ab. Ein paar Bilanzen.

Provinzfürsten werden Bayerns Landräte gerne genannt, Bürgermeistern wird eine ähnliche Macht in ihren Rathäusern zugetraut. Und doch sind die Posten nicht mehr so begehrt, es gab gar Befürchtungen, dass sich bei der Kommunalwahl am 15. März nicht für alle Gemeinden Bayerns Bewerber finden lassen würden. Das ist nun offenbar geglückt, überall stellt sich mindestens ein Kandidat zur Wahl. Viele neue Mandatsträger werden in Rathäuser und Landratsämter einziehen, nach Schätzungen des Gemeindetags steht in mindestens der Hälfte der Kommunen, wenn nicht gar in zwei Dritteln, ein Wechsel an. 2056 Städte und Gemeinden gibt es im Freistaat, dazu 71 Landkreise, überall wird gewählt.

Viele Bürgermeister hören vorzeitig auf, manche wollen sich beruflich neu orientieren, andere mögen einfach nicht mehr. Wegen der vielen Arbeit, auch am Abend und am Wochenende. Und wegen der Anfeindungen, die inzwischen beinahe zum Alltag gehören. Aus den kommunalen Spitzenverbänden wird mit Sorge beobachtet, dass Mandatsträgern Reifen zerstochen und Drohbriefe geschickt werden. Ob es wirklich zum Amt gehört, Hass und Hetze zu ertragen, das fragen sich immer mehr Bürgermeister.

Andere sind einfach so lange dabei, dass es Zeit wird für den Ruhestand. Die Bilanzen einer Amtszeit fallen so unterschiedlich aus wie die Menschen, die sie ziehen. Die SZ hat einige um ein paar Worte zum Abschied gebeten.

Ulrich Maly

Neues Nürnberger Christkind gibt Pressekonferenz

Ulrich Maly, Nürnberg.

(Foto: Nicolas Armer/dpa)

Ulrich Maly (SPD), 59, seit 2002 Oberbürgermeister von Nürnberg: "Ich habe eine innere Abneigung gegen Großbilanzziehungen. Weil natürlich der Grat zwischen Zufriedenheit und Selbstzufriedenheit schmal ist und den Eindruck erweckt, es handele sich bei einer Amtszeit um ein abgeschlossenes Projekt. Es ist aber wie mit der Bügelwäsche: Wenn du als OB kommst, findest du einen Korb voll davon vor. Dann bügelst du 18 Jahre. Und hinterlässt einen genauso großen Korb. Im Prinzip sind wir Lebensabschnittsgefährten unserer Städte für bestimmte Zeit. In der versucht man das Beste zu machen. In Erinnerung bleibt mir sicher die fröhliche Stimmung während der Fußball-WM; und dass man das Personal der Republik kennenlernen durfte, das mit Sicherheit besser ist als sein Ruf. Auf der negativen Seite? Na ja, die Stunde sechs einer Stadtratssitzung ist immer scheiße, wenn ich das mal so sagen darf. Das ist aber nicht so belastend, wie die vielen Einzelschicksale in der OB-Post, wo du schon beim Lesen weißt, irgendwie hat der Mensch recht - aber irgendwie werden wir ihm nicht richtig helfen können, des Dschungels an Zuständigkeiten wegen. Letzte Wünsche? Willy Brandt hat mal behauptet, was ja nicht so ganz stimmt, er würde auf seinen Grabstein schreiben lassen: Man hat sich bemüht. Wenn also die Nürnbergerinnen und Nürnberger sagen, eigentlich leben wir gerne in dieser Stadt und es ist nicht schlechter geworden, wäre das für fränkische Verhältnisse schon sehr zufriedenstellend."

Stephanie von Pfuel

Nockherberg 2017

Stephanie von Pfuel, Tüßling.

(Foto: Stephan Rumpf)

Stephanie von Pfuel (CSU), 58, seit 2014 Bürgermeisterin von Tüßling: "Ich war ja davor schon lang im Gemeinderat, über 20 Jahre, aber es ist dann doch noch mal was ganz anderes, wenn man plötzlich vorne am Bürgermeisterstuhl sitzt. Als Gemeinderat schnabelt man einmal in der Woche oder einmal im Monat mit und kann natürlich nicht immer alle Hintergründe so genau beurteilen. Als Bürgermeisterin kann man dann die Erfahrung machen, wie sehr so ein Gemeinderat auch manchmal nerven kann. Und in der letzten Zeit habe ich sogar bei uns in Tüßling festgestellt, dass der Ton in der Kommunalpolitik wesentlich rauer geworden ist. Da entwickeln sich einzelne zu Querulanten, weil sie nicht akzeptieren können, dass sie überstimmt worden sind. Da muss man schon die Autorität entwickeln, durchzugreifen. Als Bürgermeister man hat schon noch Entscheidungsgewalt, zusammen mit dem Gemeinderat. Da kann man gestalten, das ist das Schöne. Aber ich brauche jetzt einfach auch privat eine Pause."

Heinrich Trapp

Heinrich Trapp, Dingolfing-Landau.

(Foto: Ratzer/Wikipedia/oh)

Heinrich Trapp (SPD), 68, seit 1991 Landrat von Dingolfing-Landau: "Wenn ich zurückschaue, denke ich: Es war wunderbar. Nichts ging von allein, vieles erst im zweiten oder dritten Anlauf, aber wir haben so vieles schaffen können, was den Menschen hilft, ein besseres Leben zu haben. Ich komme mir manchmal vor wie jemand, der von der guten Fee an die Hand genommen, durchs Leben geführt wird und dabei Gutes bewirken kann. Ich muss ganz einfach sagen, dass ich dankbar bin. Dafür, dass es uns gelungen ist, die Verantwortung für die Altenheime zu behalten oder für die Krankenhausreform, für die ich anfangs sehr angefeindet wurde. Für Schulen und Familien, dazu die vielen kleinen Dinge, die ganz unterschiedlichen Menschen den Alltag erleichtern. Aber jetzt werde ich bald 69, das ist ein Punkt, wo man sagt: Es reicht. Wer weiß, wie viele Jahre einem noch gegönnt sind. Ich gehe ohne Wehmut, eher voller Dankbarkeit."

Matthias Thürauf

Matthias Thürauf, Schwabach.

(Foto: Stadt Schwabach)

Matthias Thürauf (CSU), 46, seit 2008 Oberbürgermeister von Schwabach: "Ich bin nicht darauf aus, dass behauptet wird, meine Amtszeit sei das goldene Zeitalter von Schwabach gewesen. Ein OB ist nicht für Weltwunder da. Er hat aber eine besondere Funktion in der Verwaltung, da geht's um handfeste Arbeit. Ich war 34, als ich ins Amt gewählt wurde, und es war von vornherein klar, dass ich das nicht bis ans Ende des Berufslebens mache. Schon nach der Wiederwahl habe ich entschieden: Die zweite wird meine letzte Amtszeit sein. Ich werde die Umstellung verkraften, ganz sicher. Mein Arbeitsumfeld werde ich vermissen, klar. Aber ich muss nicht bei Theateraufführungen vorne im Saal sitzen, ich muss auch nicht bei jedem Termin ein Grußwort sprechen und bin auch nicht derjenige, der gerne ständig Grußworte hört. Diese Art von Abhängigkeit, bei der man zittrige Finger bekommt, wenn man drei Tage kein Grußwort gesprochen hat, die kenne ich nicht."

Klaus Herzog

Klaus Herzog, Aschaffenburg.

(Foto: Stefan Stark/oh)

Klaus Herzog (SPD), 68, seit 2000 Oberbürgermeister von Aschaffenburg: "Einen Tag meiner Amtszeit werde ich nie vergessen: den des ersten Spatenstiches für den neuen Hauptbahnhof. Es hatte eine Bürgerinitiative gegen den Bahnhof gegeben, dann einen Bürgerentscheid dafür. Und als ich also zum Spaten greifen will, steht da dieser Sarg. Hunderte Leute waren anwesend, und ich blicke auf einen Sarg, den schwarz gekleidete Menschen hingestellt hatten. Man wolle den alten Bahnhof zu Grabe tragen, erklärten sie. Aber ehrlich: Wenn der OB vor einem Sarg steht, ist das schon eine zweideutige Sache. Das hat mich berührt, ich habe mich aber schnell wieder gefangen. Im Nachhinein mit Recht: Heute sind praktisch alle für den neuen Bahnhof. Gelernt habe ich daraus, dass man harte Bretter bohren muss für seine Überzeugungen. Ich habe an keinem Tag bereut, OB geworden zu sein, auch an jenem mit dem Sarg nicht. Man ist mir mit großem Respekt begegnet, bei meiner Wahl 2012 habe ich 82 Prozent bekommen. Und mein Gegenkandidat war immerhin Winfried Bausback, später sehr erfolgreicher Justizminister."

Franz Meyer

Landrat Passau

Franz Meyer, Passau.

(Foto: Landratsamt/dpa)

Franz Meyer (CSU), 66, seit 2008 Landrat von Passau: "Vor zwölf Jahren bin ich aus dem Finanzministerium, wo ich Staatssekretär war, ins Landratsamt gewechselt. Aber ich habe Kommunal- und Landespolitik immer auf Augenhöhe gesehen. Damals gab es die Prognose, dass wir Einwohner verlieren. Jetzt ist Passau ein wachsender Landkreis, wir haben mehr Arbeitsplätze, weniger Schulden. Und wahrscheinlich bin ich der katastrophenerprobteste Landrat in Bayern. Hochwasser 2013, Flut 2016, Sturm 2017. Dazu die Flüchtlingssituation. Ich habe gesehen, wie 8000 Menschen an der grünen Grenze stehen. Für mich war es wichtig, allen ein Dach über dem Kopf zu geben, ihnen menschwürdig zu begegnen. Diese Herausforderung haben wir gemeinsam gemeistert. Ich hätte übrigens noch einmal kandidieren dürfen, weil mich die Altersgrenze gerade so nicht trifft, um 13 Tage. Aber jetzt bin ich seit 50 Jahren in der Politik. Ich freue mich darauf, mehr mit der Familie zu unternehmen. Aber ich bleibe ein politischer Mensch."

Kurt Gribl

Gribl will nicht mehr als Augsburger OB kandidieren

Kurt Gribl, Augsburg.

(Foto: Matthias Balk/dpa)

Kurt Gribl (CSU), 55, seit 2008 Oberbürgermeister von Augsburg: "Ich blicke auf eine Amtszeit zurück, in der die guten Erfahrungen alle Anstrengungen weit überwiegen. Diese Zeit hat mich persönlich ein großes Stück weitergebracht. Nicht nur was Sachwissen, politisches Denken und Gestaltungsfähigkeit anbelangt. Vor allem habe ich von den Begegnungen gelernt. Es gab sicher Tausende Begegnungen, Verhandlungen und Impulse in dieser Zeit. Manche Entwicklungen in und für Augsburg waren sehr dynamisch und herausfordernd, gerade weil es uns so ernst damit ist, die Stadt voranzubringen. Mein Ansatz war es, das Vertrauen in eine kreative und strategische politische Arbeit zu stärken. Das ist anstrengender als zu fordern, aber langfristig ein Gewinn. Ich glaube, der persönliche Einsatz hat sich gelohnt, die Stadt und ihre Gesellschaft haben sich weiterentwickelt, die Lebensqualität hat gewonnen. Den Umstand, dass mehr als 95 Prozent der Bürger sehr gerne oder gerne hier leben, empfinde ich als Lohn auch für meine Arbeit."

Gerold Noerenberg

Gerold Noerenberg, Neu-Ulm.

(Foto: Ulrich Wagner/oh)

Gerold Noerenberg (CSU), 62, seit 2004 Oberbürgermeister von Neu-Ulm: "Wir hatten viel Wachstum in der Stadt, das zu begleiten hat manchmal Kraft gekostet. Aber es war positiver Stress. Kollegen in anderen Orten müssen Hallenbäder schließen, so etwas gab es bei uns nicht. Natürlich bleiben große Projekte der Amtszeit in Erinnerung, einer der Höhepunkte war aber jedes Jahr der Besuch der Viertklässler im Ratssaal, die mir Fragen stellen durften. Da habe ich oft den Zeitrahmen überzogen. Überhaupt hat mir immer der Kontakt mit den Bürgern am meisten Spaß gemacht. Die Leute erstarren nicht mehr so in Ehrfurcht vor dem Amt, wenn sie einen treffen. Das ist eine gute Entwicklung."

Norbert Tessmer

Norbert Tessmer, Coburg.

(Foto: Privat)

Norbert Tessmer (SPD), 66, seit 2014 Oberbürgermeister von Coburg: "Ich war dritter sowie zweiter Bürgermeister und nun OB in Coburg, habe also alle Amtsketten getragen. Das hat vorher keiner geschafft. 47 Jahre öffentlicher Dienst, da ist es Zeit, an Friedrich Rückert zu denken: Erfülle deinen Platz und räum ihn auch getrost - es fehlt nicht an Ersatz. Ich bin auch zufrieden: Wir hatten mit die meisten Krippenplätze in Bayern, werden von Unternehmen gut benotet, haben auf den Weg gebracht, die letzten Brachen in Coburg zu nutzen. Was mich geärgert hat: dass alles so lange dauert, die Genehmigungs- und Verwaltungsabläufe, leider ein Phänomen unserer Zeit. Das Vergabewesen ist bestimmt gut gedacht, aber eine Geißel der Menschheit. Das artet aus. Andererseits: Laut Bertelsmann-Studie sind der Kreis München und Coburg die reichsten Kommunen der Republik - und es gibt Unangenehmeres, als so eine Stadt an einen Nachfolger zu übergeben. Bauchschmerzen machen mir die Fraktionswechsel im Stadtrat, leider ja kein reines Coburger Phänomen. Wem es in der eigenen Fraktion nicht mehr passt, der tritt halt in die nächste ein. Und wenn es eine Fraktion ist, mit der er sich zuvor Jahre lang gestritten hat."

Karin Bucher

Karin Bucher, Cham.

(Foto: privat)

Karin Bucher (FW), 54, seit 2008 Bürgermeisterin von Cham: "Wir haben ohne staatliche Zuschüsse eine neue Stadthalle gebaut, ein neues Kinderhaus, den Hochwasserschutz verbessert und vieles mehr. Trotzdem ist der Schuldenstand gesunken, darauf bin ich stolz. Mir war Gleichbehandlung aller Bürger immer sehr wichtig. Unsere 14 Feuerwehren haben jetzt zum Beispiel alle die qualitativ gleiche Ausstattung. Leider ist die Anspruchshaltung mancher Bürger gewachsen. Und in sozialen Medien ist die Scheu geschwunden, sich unanständig auszudrücken. Mit der Zeit kriegt man Probleme, die Beleidigungen zu verdauen. Dann zeigt einem auch der Körper, dass es zu viel ist. Ich bin kein Mensch, der mit dem Strom schwimmt, gehe immer mit offenem Visier auf Probleme zu. Das kostet viel Kraft. Und zu Hause hat man ja auch noch Verpflichtungen, vor allem als Frau. Worauf ich mich freue? Auf ganz viel Zeit!"

Gerhard Ecker

Gerhard Ecker, Lindau.

(Foto: Jörn Lorenz/oh)

Gerhard Ecker (SPD), 62, seit 2012 Oberbürgermeister von Lindau: "Ich komme nicht aus Lindau, diesen Blick von außen habe ich immer als Vorteil gesehen. Ich konnte unabhängig Themen setzen und freue mich, dass das meiste auch umgesetzt wurde: neue Therme, neue Inselhalle, neuer Bahnknoten. Aber Lindau ist für einen Oberbürgermeister generell etwas Besonderes, wir haben hier hochkarätige Veranstaltungen, jedes Jahr zum Beispiel die Tagung der Nobelpreisträger. Da ergeben sich tolle Gespräche, das werde ich vermissen. Welche andere kleine Stadt hat so etwas schon? Und dann natürlich die Lage, die Landschaft, der Blick aus meinem Büro auf den See - einfach wunderschön."

Herbert Hofauer

Herbert Hofauer, Altötting.

(Foto: Iven Matheis/oh)

Herbert Hofauer (Freie Wähler), 63, seit 1995 Erster Bürgermeister von Altötting: "Meine erste Amtszeit war sieben Jahre lang - wegen einer gesetzlichen Änderung hatte ich eine ungewöhnlich lange Periode. Das war nicht schlecht, da kann man was hinlegen und bewegen. Das Herausragendste in den 25 Jahren war sicher der Besuch von Papst Benedikt im Herbst 2006. Das war bewegend. Freundschaft ist so ein großes Wort, aber wir kennen uns schon seit 30 Jahren und sind bis heute in Kontakt geblieben. Für unsere Stadt war der Besuch ein Riesenereignis, ein halbes Jahr lang haben wir unglaublich viel Arbeit in die Vorbereitungen gesteckt. Ansonsten bin ich dankbar, dass wir uns im Stadtrat immer gut verstanden haben. Natürlich haben wir auch manches Thema im Streit gelöst, aber ich habe immer eine Mehrheit bekommen, wenn ich eine gebraucht habe. Ich bin jeden Tag gerne ins Rathaus gegangen, und das werde ich auch noch bis zum letzten Tag meiner Amtszeit tun. Allerdings werde ich mich hüten, meinem Nachfolger Tipps zu geben. Es wird gut weitergehen, da bin ich mir sicher."

Ludwig Klement

Ludwig Klement, Zandt.

(Foto: Privat)

Ludwig Klement (CSU), 67, seit 1984 Bürgermeister von Zandt: "Als ich im Mai 1984 angefangen habe, hat mir der Kämmerer erst mal mitgeteilt, dass für das restliche Jahr kein Geld mehr da ist. Da hat sich direkt alles, was man im Wahlkampf versprochen hat, zerschlagen. Jetzt, 36 Jahre später, sind wir schuldenfrei, das meiste ist hier top in Schuss. Wir haben in allen drei Ortsteilen ein Feuerwehrhaus, einen Kindergarten, die Kläranlage komplett neu gemacht. Das waren die Meilensteine. Das Amt hat sich natürlich verändert in vier Jahrzehnten, die Aufgaben haben sich mehr als verdoppelt, alles ist komplexer und die Leute sind anspruchsvoller geworden. Du bist ein Getriebener, vor allem als ehrenamtlicher Bürgermeister. Es ist gut, wenn jetzt ein anderer kommt, mit anderen Ideen. In bestimmten Sachen wird man betriebsblind nach so vielen Jahren."

Hans Steindl

Hans Steindl, Burghausen.

(Foto: Claus Schunk)

Hans Steindl (SPD), 70, seit 1990 Bürgermeister von Burghausen: "Ich bin 1990 gewählt worden, und schon damals war mein Standpunkt, dass Burghausen mehr leisten kann und sich einem gewissen Konkurrenzkampf vergleichbarer Kommunen stellen muss. Burghausen hat da mit seiner Industrie und den Gewerbesteuern schon einen Startvorteil, aber die Stadt ist kein Standort, den man einfach verwaltet. Wir haben zum Beispiel 2004 die große Landesgartenschau mit einer Million Besuchern hergeholt, obwohl wir am Anfang gar kein Grundstück dafür gehabt haben. Als Bürgermeister muss man Unternehmergeist haben und auch mal ein Risiko eingehen. Das Ziel ist, die Kommune als Unternehmen zu führen. Wir haben sechs GmbHs aus der Stadtverwaltung ausgegliedert. Das ist schon ein großes Anforderungspaket. Aber, und das ist es, was ich dem nächsten Bürgermeister mitgeben möchte: Es ist auch eine große Chance."

© SZ vom 25.01.2020/lfr
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