KinderbetreuungEtwas weniger Kinder in Bayerns Kitas

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In Bayerns Kitas will der Freistaat bis zum Jahr 2030 eine Milliarde Euro investieren.
In Bayerns Kitas will der Freistaat bis zum Jahr 2030 eine Milliarde Euro investieren.
Stephan Rumpf

Die Zahl der betreuten Kinder geht zurück, doch der Zuwachs der vergangenen Jahre bereitet Politik und Trägern immer noch Sorgen. Zum Start des neuen Kita-Jahres wehrt sich Sozialministerin Scharf gegen Kritik.

Von Andreas Glas

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Die Zahl der Kinder in bayerischen Kindertagesstätten ist im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken. Laut Landesamt für Statistik wurden zuletzt 647 000 Mädchen und Buben betreut – 2024 waren es knapp 655 000. Zum Start des neuen Kita-Jahres verwies Sozialministerin Ulrike Scharf (CSU) am Montag jedoch auf die herausfordernde Langzeitentwicklung. Demnach gibt es heute rund 195 000 Kitakinder mehr als im Jahr 2010, der Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund ist von 69 000 auf mehr als 160 000 gestiegen und statt 4150 haben 21 000 Kinder in Bayern einen inklusiven Förderbedarf. „Wir haben eine vollkommen veränderte Geschäftsgrundlage“, sagte Scharf.

Wie viele Kinder zu Beginn des Kita-Jahres 2025/26 keinen Betreuungsplatz bekommen haben, konnte die Ministerin indes nicht beziffern. Es sei die Pflicht der Kommunen, die Kinderbetreuung sicherzustellen, sagte Scharf. Sie kündigte erneut an, dass der Freistaat bis zum Jahr 2030 eine Milliarde Euro zusätzlich in die Kinderbetreuung investieren werde – unter anderem, um 15 000 sogenannte Teamkräfte einzustellen, die das pädagogische Personal in den Kitas unterstützen und entlasten sollen. „Alle Kinder in Bayern sollen die gleichen Bildungschancen haben“, sagte Scharf.

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Die zusätzliche Milliarde ist kein Extra-Geld, das der Freistaat locker macht. Es handelt sich um Mittel des bisherigen Familiengelds, das seit 2018 an Eltern mit ein- und zweijährigen Kindern ausbezahlt wird, 250 Euro monatlich, insgesamt 6000 Euro pro Kind. Zum 1. Januar 2026 wird Bayern das Familiengeld abschaffen und durch ein sogenanntes Kinderstartgeld ersetzen. Dann gibt es nur noch eine Einmalzahlung von 3000 Euro. Das frei werdende Geld soll künftig direkt in den Kitas landen. „Wir stärken damit die Fachkräfte und entlasten die Kommunen“, sagte Ministerin Scharf über die geplanten 15 000 Teamkräfte.

Bei vielen Trägern klafft eine Finanzierungslücke

In den Kommunen gibt es jedoch Kritik an dieser Neuregelung. Denn bei vielen Kita-Trägern klafft eine Finanzierungslücke – und nicht alle Kommunen können es sich leisten, diese Lücke freiwillig zu schließen. Ursprünglich sollten Eltern, Freistaat und Kommunen je zu einem Drittel die Betreuungskosten tragen. Doch laut einer Berechnung von Birgit Kreß, Vizepräsidentin des Gemeindetags, zahlen die Kommunen mittlerweile 60 Prozent, die Eltern zehn Prozent und der Freistaat 30 Prozent. Die Arbeiterwohlfahrt wirft dem Freistaat deshalb vor, „Kinder, Eltern und Träger im Regen stehen“ zu lassen.

Die Sozialministerin nannte am Montag ganz andere Zahlen. Ihr zufolge deckt der Elternbeitrag den Großteil der Betriebskosten, während Freistaat und Kommunen gemeinsam 60 Prozent beisteuern. Und obwohl die Kommunen eigentlich „den gleichen Anteil mitzahlen“ müssten, finanziere der Freistaat die neuen Teamkräfte „einseitig“. Letztlich sei es „Sache der Träger“, ihre Einrichtungen so zu organisieren, „dass sie das pädagogische Personal durch den Einsatz der Teamkräfte entlasten“, sagte Scharf. Sie betonte, dass sich das Kita-Personal seit 2010 verdoppelt habe, dass es seither 35 Prozent mehr Kitas gebe und die Betriebskostenförderung um 229 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro gestiegen sei.

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