Es geschieht fast jede Nacht. Ein gellender Schrei zerreißt die Stille im Haus in der HaYarkon-Straße in Tel Aviv. Der Junge fährt aus dem Schlaf hoch, springt aus dem Bett und tastet auf nackten Füßen durch den dunklen Flur zum Zimmer der Eltern. Durch den Spalt in der angelehnten Tür starrt Michael, fünf Jahre ist er alt, auf seinen Vater. Mordechai Shubitz liegt im Bett und schreit markerschütternd. Ohne Unterlass. Er träumt. Er ist wieder dort.
Ehemaliges KZ-Außenlager KauferingWie der Sohn eines Holocaust-Überlebenden gegen Judenhass kämpft
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Michael Shubitz hat litauische Jüdinnen und Juden fotografiert. Seine Ausstellung „Back to Kaunas“ ist in der Stadtverwaltung von Landsberg am Lech zu sehen. Es sind die Bilder eines Künstlers, die das Unsagbare ausdrücken.
Foto: privatMichael Shubitz kommt aus Tel Aviv nach Kaufering, wo sein Vater im KZ fast zu Tode gequält wurde. Die Eltern schwiegen über ihr Schicksal – der Sohn will reden. Und warnen vor neuem Judenhass.
Von Helmut Zeller, Kaufering
