Schutz vor Gewalt in BayernJustizmitarbeiter können per App Alarm schlagen

Gerichtsvollzieher müssen in der Regel in die privaten Räume ihrer Klientel. (Symbolbild)
Gerichtsvollzieher müssen in der Regel in die privaten Räume ihrer Klientel. (Symbolbild) (Foto: Georg-Stefan Russew/dpa)
  • Bayern führt ein mobiles Alarmsystem für Justizmitarbeiter im Außendienst ein, nachdem die Angriffe zunehmen und ein Gerichtsvollzieher im Saarland getötet wurde.
  • Das GPS-Notrufgerät ermöglicht es Mitarbeitern, per Tastendruck unauffällig Alarm auszulösen.
  • Von Juli 2022 bis Juli 2023 wurden in Bayern 541 Gewaltvorfälle gegen Justizbehörden-Mitarbeiter angezeigt, meist wegen Körperverletzung, Nötigung oder Bedrohung.
Von der Redaktion überprüft

Dieser Text wurde mit der Unterstützung einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt. Lesen Sie mehr über unseren Umgang mit KI.

Fanden Sie diese Zusammenfassung hilfreich?
Mehr Feedback geben

Der tödliche Angriff auf einen Gerichtsvollzieher im Saarland zeigt, wie gefährdet Außendienstmitarbeiter im Justizdienst sind. Um sie besser zu schützen, setzt Bayern auf Technik.

Mit einem mobilen Alarmsystem werden Justizmitarbeiterinnen und -mitarbeiter im Außendienst in Bayern künftig besser geschützt. „Im Notfall ist es wichtig, schnell und unbemerkt Hilfe herbeirufen zu können“, betonte Justizminister Georg Eisenreich (CSU) anlässlich der am Mittwoch im Landtag erfolgten symbolischen Übergabe der ersten Geräte. Zumal die Angriffe zunähmen, wie auch die tödliche Attacke auf einen Gerichtsvollzieher im Saarland Anfang der Woche gezeigt habe.

„Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Justiz kommen außerhalb der gesicherten Justizgebäude mit Menschen in schwierigen Lebenssituationen in Kontakt“, erläuterte Eisenreich. „Das kann der Bewährungshelfer sein, der einen Verurteilten außerhalb seines Büros betreut, eine Gerichtsvollzieherin im Rahmen einer Pfändung oder auch eine Betreuungsrichterin, die Anhörungen in Privatwohnungen durchführen muss.“

SZ Bayern auf Whatsapp
:Nachrichten aus der Bayern-Redaktion – jetzt auf Whatsapp abonnieren

Von Aschaffenburg bis Berchtesgaden: Das Bayern-Team der SZ ist im gesamten Freistaat für Sie unterwegs. Hier entlang, wenn Sie Geschichten, News und Hintergründe direkt aufs Handy bekommen möchten.

Bereits ältere Daten zeigen, dass allein von Juli 2022 bis Juli 2023 im Freistaat 541 Gewaltvorfälle im Innen- und Außendienst der Justizbehörden angezeigt wurden; meist wegen Körperverletzung, Nötigung, Beleidigung oder Bedrohung. „Wer die Menschen angreift, die im Auftrag der Justiz unterwegs sind, muss wissen: Er greift damit zugleich den Rechtsstaat an“, betonte Eisenreich.

Im Rahmen des Pilotprojektes können Justizmitarbeiter künftig mit einem GPS-Notrufgerät oder per Smartphone-App unauffällig per Tastendruck Alarm auslösen. Der Notruf und die GPS-Standortdaten werden dann sofort an die Polizei weitergeleitet. Es kann auch ein Alarm genutzt werden, der zeitversetzt aktiviert wird, sofern er nicht innerhalb eines definierten Zeitraums deaktiviert wird. Das System ist nicht für Termine gedacht, in denen Schwierigkeiten bereits absehbar sind. Solche werden in Räume der Justiz mit Zugangskontrolle verlegt oder durch Einsatzkräfte begleitet.

© SZ/DPA - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

Prozess am Landgericht Nürnberg-Fürth
:Das grausame Geschäft der Zwangsprostitution

Angelockt werden die jungen Frauen mit vermeintlich guten Jobs. In Bayern angekommen werden sie gezwungen, Sex gegen Bezahlung anzubieten. In einem Prozess wird klar, wie die Täter vorgehen.

Von Max Weinhold Hernandez

Lesen Sie mehr zum Thema

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: