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Bayerischer Jagdverband:Anzeige gegen Jägerpräsident Vocke

Misstöne aus den Reihen der bayerischen Jäger. Bereits im Frühjahr hat der Streit begonnen, der nun zu einer Anzeige gegen den Verbandspräsidenten geführt hat.

(Foto: Stephan Rumpf)

Der Vorsitzende der Jäger-Kreisgruppe Memmingen hat bei der Staatsanwaltschaft Strafanzeige wegen des Verdachts der Untreue und Unterschlagung erstattet. Im Jagdverband herrscht nun große Verunsicherung.

Im Bayerischen Jagdverband ist eine harte Auseinandersetzung um den Jägerpräsidenten und langjährigen, früheren CSU-Landtagsabgeordneten Jürgen Vocke und dessen Umgang mit dem Geld des Verbands entbrannt. Der Vorsitzende der Jäger-Kreisgruppe Memmingen und Polizeichef am Flughafen Memmingen, Andreas Ruepp, hat bei der Staatsanwaltschaft München I Strafanzeige wegen des Verdachts der Untreue und Unterschlagung gegen Vocke erstattet. Außerdem fordert Ruepp den sofortigen Rücktritt des Präsidenten.

Vocke, der in seiner 25-jährigen Amtszeit nicht zum ersten Mal wegen seines Finanzgebarens attackiert wird, wehrt sich. "Ich habe in all den Jahren an der Verbandsspitze keinen Cent falsch verwendet", sagte er. "Ich werde mich nicht durch kriminelle Verdächtigungen aus dem Amt treiben lassen."

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Bei den Vorwürfen geht es um die mehrere Tausend Euro hohe Aufwandsentschädigung, die Vocke jeden Monat für den eigentlich ehrenamtlichen Jagdverbands-Vorsitz bezieht, die Beschäftigung seiner Tochter bei der BJV-Service-GmbH, die Nutzung seines Dienstwagens, Bewirtungsabrechnungen und anderes mehr. Einem Wirtschaftsprüfer zufolge ist nicht auszuschließen, dass der Jagdverband im Falle einer Prüfung durch die Finanzbehörden seine Gemeinnützigkeit verliert.

Die Auseinandersetzung hatte im Frühjahr begonnen, als sich die Schatzmeisterin des Jagdverbands und Steuerprüferin, Mechtild Michaela Maurer, weigerte, die Haushaltsbilanz 2018 und den Haushalt 2019 auf der Delegiertenversammlung zur Annahme vorzulegen. Erst wolle sie das Zahlenwerk einem "neutralen Berater" vorlegen, sagte sie damals. Anstatt die Verbandsspitze zu entlasten, gibt dessen Gutachten den Vorwürfen nun neue Nahrung. Ruepp sagte, die Aussagen hätten "so viel Substanz und seien so belastbar", dass er als Polizist sie nicht tatenlos habe hinnehmen können. Deshalb habe er die Anzeige gestellt.

Im Jagdverband, vor allem in Funktionärskreisen, herrscht große Verunsicherung. Ende Oktober beschäftigt sich eine außerordentliche Delegiertenversammlung mit den Vorwürfen. Manche rechnen damit, dass es auf ihr zur Kampfabstimmung über den Präsidenten kommen könnte. Vocke, 76, hatte im April angekündigt, sein Amt 2020 abzugeben.