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Verkehr in Bayern:Petition gegen ein Tempolimit auf der Isentalautobahn

Autobahn A94 bei München, 2019

Mitten durch das Isental führt die A 94.

(Foto: Sebastian Beck)

Ministerpräsident Söder kündigte eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 120 Stundenkilometer auf der neu erbauten Autobahn an. Eine Petition soll das verhindern - und bekommt großen Zulauf.

Gegen das von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) angekündigte Tempolimit auf der neuen Isentalautobahn regt sich Widerstand. Söder hatte eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 120 Stundenkilometer auf einem A94-Teilabschnitt ab 1. Februar angekündigt. So sollen lärmgeplagte Anwohner geschützt werden. Seit Freitag läuft dagegen eine Online-Petition, mehrere Medien hatten darüber berichtet. Am Dienstagnachmittag zählte die Seite auf der Plattform "change.org" mehr als 11 800 Unterschriften.

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Das neue Autobahnstück soll die Bundesstraße 12 von München in Richtung Passau entlasten. Der Initiator der Petition, Christian Hanslmayer, fürchtet, dass bei einem Tempolimit Pendler auf die B12 zurückkehren könnten. Zudem bringe Tempo 120 nichts beim Lastwagenverkehr, der den größten Teil des Lärms verursache. "Ich hoffe selbstverständlich, dass wir unseren Ministerpräsidenten mit der Petition darauf aufmerksam machen können und er zusammen mit seinen Mitarbeitern eine nachhaltigere Lösung als eine Geschwindigkeitsbegrenzung erarbeitet", erläuterte Hanslmayer am Dienstag auf Anfrage. Sein Elternhaus liegt unweit der B12, er selbst wohnt in Rattenkirchen (Landkreis Mühldorf am Inn) an der A94.

Gegen den Autobahnbau durchs wildromantische Isental hatte es jahrzehntelang Widerstand gegeben. Am 30. September 2019 wurde die 33 Kilometer lange Strecke von Pastetten nach Heldenstein eröffnet. Auch der Festakt hat ein Nachspiel: Die Staatsanwaltschaft Landshut ermittelt nach einer Anzeige zweier Demonstranten seit November gegen den Altöttinger Landrat Erwin Schneider (CSU) wegen Beleidigung. Die genauen Worte des Landrats seien Kern der Ermittlungen, teilte ein Sprecher mit. Der "Münchner Merkur" hatte zuerst darüber berichtet. "Der Landrat hat mit den Ermittlungen und den Anzeigen gerechnet, sieht dem aber gelassen entgegen", sagte ein Sprecher des Landratsamtes.

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