Grüne in Bayern :Nicht mal mehr München-Partei

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Die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Katharina Schulze, sagt nach den schlechten Ergebnissen bei der Europawahl: „Klar ist, wir können so nicht weitermachen.“ (Foto: Thomas Vonier/SZ Photo)

Was bedeutet der Absturz bei der Europawahl für die Grünen? Sie schwächeln jetzt nach dem Land auch in den Städten. An der Taktik, alles auf Frontfrau Katharina Schulze auszurichten, gibt es intern keine Zweifel – deutliche Kritik aber am Stil der Partei.

Von Andreas Glas, Matthias Köpf, Johann Osel

Bloß nicht deprimiert wirken. Das war wohl der Auftrag für die grüne Europa-Wahlparty in München. Die Gäste, nur ein paar Dutzend, hielten sich an Flaschen mit Club-Mate fest und bemühten sich immer dann, wenn der Bayerische Rundfunk live zur Party schaltet, pflichtschuldig um ein bisschen Jubelkulisse. Die Grünen lecken ja schon länger an ihren Wunden, auch in Bayern. Bei der Landtagswahl 2023 ging es gut drei Punkte nach unten, auf 14,4 Prozent. Das Ergebnis vom Sonntag ist nun ein echter Absturz. Fast sieben Punkte minus diesmal, übrig blieben nur 11,8 Prozent. In Westdeutschland eines der schlechtesten Grünen-Ergebnisse. Sogar in den Städten haben die Grünen teils heftig verloren, in München fiel man hinter die CSU zurück. Und weil es der Landespartei nicht gelungen war, ihre Kandidaten auf guten Listenplätzen unterzubringen, wird künftig kein bayerisches Grünen-Mitglied im Parlament in Brüssel sitzen. Schmerzhafter geht’s kaum.

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Egal in welches Bierzelt die Grünen in Bayern gerade kommen: Die Verachtung ist schon da. Sie werden angebrüllt, ausgepfiffen, jetzt fliegen sogar Steine. Auf Wahlkampftour mit Katharina Schulze, die schon beschimpft wird, wenn sie ein Dirndl anzieht.

Von Andreas Glas, Johann Osel (Text) und Alessandra Schellnegger (Fotos)

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