In ganz Bayern:Mehrere Greifvögel vergiftet und illegal getötet

Wanderfalke auf Jagd

Erneut melden Umweltschützer zahlreiche vergiftete Greifvögel in Bayern (Symbolbild).

(Foto: dpa)

Bereits 13 Vogelkadaver sind entdeckt worden, in denen ein verbotenes Nervengift nachgewiesen wurde. Experten warnen: Das ist auch eine Gefahr für spielende Kinder, Spaziergänger und Hunde.

Von Christian Sebald, Hilpoltstein

Die illegale Tötung streng geschützter Greifvogelarten ist in Bayern weiter verbreitet als gemeinhin angenommen. Nach Angaben des Landesbunds für Vogelschutz (LBV) und der Gregor-Louisoder-Umweltstiftung (GLUS) sind in diesem Jahr bereits 13 Vogelkadaver entdeckt worden, in denen das verbotene Nervengift Carbofuran nachgewiesen werden konnte. Damit steht für Andreas von Lindeiner vom LBV und Franziska Baur von der GLUS fest, dass die Greifvögel vergiftet und illegal getötet worden sind. Die Funde verteilen sich quer durch Bayern - von Oberbayern und Schwaben bis in die Oberpfalz und nach Franken.

Aus Sicht der beiden Experten zeigt das, dass die Wilderei streng geschützter Tierarten ein bayernweites Problem ist. "Es ist schon erschreckend, wie weit verbreitet die illegale Tötung streng geschützter Arten nach wie vor ist", sagt Lindeiner. Betroffen sind Arten wie der Wanderfalke, der Habicht, der Rotmilan und der Mäusebussard.

Lindeiner und Baur halten es außerdem für erschreckend, dass die meisten Wilderer nach wie vor das seit 2007 verbotene Carbofuran verwenden. Wenn LBV und GLUS in einem Vogelkadaver ein Gift nachweisen konnten, war es fast immer das hochtoxische Insektizid. "Es wirkt auch beim Menschen bei Hautkontakt als Nervengift und führt selbst in geringen Dosen zu Krämpfen", sagt Lindeiner. Aus seiner Sicht gefährden die Täter mit ihren Ködern deshalb nicht nur Greifvögel, sondern auch Spaziergänger, spielende Kinder und frei laufende Hunde.

LBV und GLUS fordern deshalb die Polizei und die Staatsanwaltschaften auf, Verdachtsfälle illegaler Nachstellungen ernst zu nehmen und sorgfältig zu ermitteln. So passiere es immer wieder, dass Fundorte von offenbar gewilderten Greifvögeln nicht kriminalistisch untersucht würden und mögliche Hinweise auf die Täter verloren gingen.

© SZ vom 30.06.2021 / cws/sonn
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