Schwarze Schafe im Gesundheitswesen:"Wir kennen das wahre Ausmaß nicht"

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Schwarze Schafe im Gesundheitswesen: Oberstaatsanwalt Richard Findl leitet die bayerische Zentralstelle zur Bekämpfung von Betrug und Korruption im Gesundheitswesen.

Oberstaatsanwalt Richard Findl leitet die bayerische Zentralstelle zur Bekämpfung von Betrug und Korruption im Gesundheitswesen.

(Foto: Bayerisches Justizministerium)

Arztbesuche, die nie stattfanden, fingierte Rezepte, Corona-Testzentren als Goldgrube für Kriminelle - seit gut zwei Jahren ermitteln in Nürnberg spezialisierte Staatsanwälte bei Betrug und Korruption im Gesundheitswesen. Der Justizminister zieht eine stattliche Bilanz. Doch wie groß ist das Dunkelfeld wirklich?

Von Johann Osel und Klaus Ott

Da wäre das Beispiel eines niedergelassenen Arztes, der die Versichertenkarten seiner Patientinnen und Patienten gerne persönlich im Computer eingelesen haben soll. Laut Staatsanwaltschaft, um das Datum zu manipulieren und fingierte Praxisbesuche bei Krankenkassen abzurechnen. Arzttermine, die nie stattgefunden haben. Mindestens sechs Jahre lang soll der Mediziner diese Masche praktiziert haben. Mutmaßlicher Schaden: mehr als drei Millionen Euro. Aufgeflogen sei das, weil er sich auffällig oft bei Kassen erkundigt habe, ob bestimmte Patienten schon noch dort versichert seien. Eine Kassen-Angestellte war da jedenfalls stutzig geworden.

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