Nach Angaben des bayerischen Gesundheitsministeriums leiden im Freistaat Schätzungen zufolge bis zu 460 000 Frauen an Endometriose. Diese Zahl ergebe sich auf Grundlage von Studien, denen zufolge 10 bis 15 Prozent der Frauen im fortpflanzungsfähigen Alter an der Krankheit leiden, teilte das Ministerium aus Anlass des „Endometriose Awareness Month“ im März mit.
2023 seien in Bayern 35 500 gesetzlich versicherte Mädchen und Frauen wegen der Diagnose ambulant behandelt worden. Daher fördere Bayern die Forschung zur früheren Diagnose der chronischen Unterleibserkrankung mit rund drei Millionen Euro, wie Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach (CSU) erklärte.
Die gynäkologische Erkrankung ist eine der häufigsten bei Frauen im fortpflanzungsfähigen Alter.

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Gewebe der Gebärmutterschleimhaut siedelt sich dabei im Bauchraum oder in der Gebärmutterwand an. Folgen sind häufig starke, krampfartige Schmerzen im Unterleib. Auch ungewollte Kinderlosigkeit ist ein Symptom. Doch in vielen Fällen werde Endometriose erst spät erkannt. Die Endometriose-Vereinigung Deutschland e. V. informiert Betroffene und Angehörige, berät kostenlos per Telefon oder vor Ort, vermittelt Selbsthilfegruppen und spezialisierte Einrichtungen. Zur individuellen Unterstützung und Begleitung mit der Diagnose Endometriose können sich Betroffene die kostenlose Endo-App herunterladen.
„Sehr starke Regelschmerzen oder Unterleibsbeschwerden werden zu oft als „normal“ abgetan oder nicht richtig eingeordnet“, so Gerlach. Bis zur Diagnose vergingen durchschnittlich sechs bis zehn Jahre: „Für viele Frauen bedeutet das fast ein Jahrzehnt voller Unsicherheit.“ Der Freistaat unterstütze daher das Projekt EndoKI (Endometriose und Künstliche Intelligenz), eine Zusammenarbeit mehrerer bayerischer Universitäten und -kliniken. In Erlangen, Nürnberg, Würzburg und München forschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler daran, mit Hilfe künstlicher Intelligenz Endometriose-Herde präziser zu erkennen und Behandlungen besser zu planen.

