Die Landesausstellung des Hauses der Bayerischen Geschichte 2026 widmet sich der Musik. „Eine besonders Ausstellung an einem besonderen Ort“ soll es werden, sagte Projektleiter Peter Wolf bei der Vorstellung am Donnerstag in Regensburg. In Freyung wird sie stattfinden, dazu soll es an jedem der 199 Ausstellungstage Livemusik geben.
Die Spanne ist breit: von Gregorianischen Chorälen aus Klöstern und Domkirchen über die Musik des Bürgertums der Reichsstädte bis hin zu höfischen Opern. Vom großen Sängerfest in Nürnberg über die Bayreuther Festspiele bis hin zu den Wirtshausbühnen in München, die um 1900 den Volkssängerinnen und Volkssängern gehörten.


Besonders soll der Blick auf jene Musikerinnen und Musiker gelenkt werden, die in der NS-Zeit verfolgt wurden. Nach dem Krieg kam mit den amerikanischen Soldaten auch deren Musik nach Bayern. Jazz, Swing und Rock’n’Roll bekommen ihren Platz in der Schau, aber auch der deutsche Schlager. So gibt es etwa einen Bravo-Starschnitt von Roy Black zu sehen, der aus Augsburg stammte.
Blasmusik spielt freilich auch ihre Rolle, ebenso der Instrumentenbau in Bayern. Die erste Klarinette der Welt wird gezeigt, die Jacob Denner 1720 in Nürnberg baute, außerdem geht es um die berühmten Instrumentenbauer von Bubenreuth, die nach der Vertreibung aus ihrer Heimat dort in Mittelfranken eine neue fanden.
Olaf Heinrich, Bürgermeister von Freyung und Bezirkstagspräsident von Niederbayern, betonte die Wirkung der Ausstellung für die Stadt und die ganze Region. „Freyung soll zum klingenden Herz Bayerns werden“, sagte er. Die Stadt soll „Jahre und Jahrzehnte“ von der Schau profitieren, so Heinrich.
Im Museum der Bayerischen Geschichte ist eine zweite große Ausstellung zu sehen
Der Ausstellung wird in einem frisch sanierten Haus direkt im Zentrum stattfinden, das danach ein „Science-Center“ beherbergen soll. Zusammen mit der bayerischen Volksmusikakademie, die ebenfalls in Freyung beheimatet ist, werden Workshops angeboten, die den Besuch besonders für Schulklassen interessant machen sollen.
Als zweite große Ausstellung ist im Museum der Bayerischen Geschichte die Schau „Hitler und der Kampf um die Demokratie“ zu sehen, die sich mit den 1920er-Jahren speziell in Bayern befasst. Wegen vielfach zur heutigen Zeit gezogenen Parallelen einerseits, aber auch weil das Haus immer zu mehr Demokratieverständnis habe beitragen wollen, sagte Direktor Richard Loibl.
Die bayerische Landesausstellung „Musik in Bayern“ im Tonyversum in Freyung findet statt vom 25. April bis 8. November 2026. Mehr Informationen unter www.hdbg.de im Internet. Die Ausstellung „Brennpunkt Bayern. Hitler und der Kampf um die Demokratie“ im Haus der Bayerischen Geschichte in Regensburg wird gezeigt vom 8. Juli 2026 bis 7. August 2027.

