Landesamt für StatistikGeburtendefizit lässt Bayerns Bevölkerung schrumpfen

Durch Zuzug ließ sich im ersten Halbjahr 2025 in Bayern der Geburtenrückgang nicht ausgleichen – weshalb die Bevölkerung etwas geschrumpft ist.
Durch Zuzug ließ sich im ersten Halbjahr 2025 in Bayern der Geburtenrückgang nicht ausgleichen – weshalb die Bevölkerung etwas geschrumpft ist. Arno Burgi/dpa-Zentralbild/dpa

Seit Jahrzehnten wächst die bayerische Bevölkerung meist. Im ersten Halbjahr 2025 dagegen ging es nach unten – aus mehreren Gründen.

Bayerns Bevölkerung ist im ersten Halbjahr geschrumpft. 13 246 222 Einwohner zählte das Statistische Landesamt auf Basis vorläufiger Zahlen zum Stichtag 30. Juni. Das waren 2706 Einwohner weniger als Ende 2024. Ein solcher Rückgang ist ungewöhnlich, denn eigentlich wächst die bayerische Bevölkerung seit Jahrzehnten in den meisten Jahren.

Lässt man 2022 außer Acht, als die Bevölkerungszahlen auf Basis des neuen Zensus nach unten korrigiert wurden, gab es seit 2017 nur noch ein anderes Jahr mit schrumpfender Bevölkerung im ersten Halbjahr: 2020. Selbst damals, während des Beginns der Corona-Pandemie, ging es aber nur um gut 1000 Einwohner nach unten. In anderen ersten Halbjahren zeigte sich dagegen meist Wachstum im fünfstelligen Bereich.

Der aktuelle Rückgang hat mehrere Ursachen. So wurden weniger Kinder geboren – 53 550 ist der niedrigste Wert seit 2013. Gleichzeitig gab es 74 384 Sterbefälle – ein Anstieg um rund 2000 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. In Kombination ergibt dies ein Geburtendefizit von 20 834 Einwohnern. Das ist laut Landesamt der höchste Wert seit Beginn der monatlichen Auswertungen der Geburten und Sterbefälle ab dem Jahr 1996.

Grundsätzlich ist ein Geburtendefizit in Bayern nichts Ungewöhnliches, normalerweise wird es aber durch Zuzug ausgeglichen. Dieses Jahr reichten 2377 Personen aus anderen Bundesländern und 15 758 aus dem Ausland dafür aber nicht aus.

© SZ/DPA - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

Landespolitik
:Ist die AfD in Bayern noch zu stoppen?

Laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag der SZ würden 19 Prozent bei einer Landtagswahl für die AfD stimmen. Die Politikwissenschaftlerin Jasmin Riedl erklärt, woran das liegt – und was die etablierten Parteien anders machen sollten.

SZ PlusInterview von Sebastian Beck

Lesen Sie mehr zum Thema

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: