bedeckt München

Bayern:Gämse im Visier

(Foto: BaySF)

In der kalten Jahreszeit, vor allem wenn Schnee liegt, ist der Alpenlehrpfad am oberbayerischen Wallberg nicht ohne Weiteres zu begehen. Aber spätestens im Frühjahr, wenn sich wieder Scharen von Ausflüglern dort oben tummeln, dürfte die neue Gams-Beobachtungsstation dicht umlagert sein. Von dem mit Lärchenholz verschindelten Bau aus hat man einen fantastischen Blick auf den Blankenstein und den Risserkogel. Vor allem am Fuße des Risserkogels halten sich morgens und in den Abendstunden oft ganze Rudel von Gämsen auf, wie der Chef des Staatsforstbetriebs in Schliersee, Jörg Meyer (rechts, mit dem Architekten der Staatsforsten, Thomas Feigl) berichtet. Um die Gämsen selbst ranken sich viele Geschichten, aber auch Konflikte. Vor allem Jäger werfen den Förstern vor, sie schießen viel zu viele Gämsen ab. Forstministerin Michaela Kaniber hat deshalb unlängst ein neues Gams-Forschungsprojekt an der Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft gestartet. Dabei sollen Erkenntnisse über die genetische Vielfalt der Population in Bayern, ihre räumliche Verteilung und die Wanderrouten der Tiere gewonnen werden. In dem Projekt wenden die Wissenschaftler die sogenannte Landschaftsgenetik an. Mit der neuen Forschungsmethode ziehen sie aus den genetischen Informationen von Gewebeproben erlegter Gämsen Rückschlüsse auf die Größe der Population und ihre Zusammensetzung. Das Projekt ist auf drei Jahre angelegt.

© SZ vom 17.12.2020 / cws
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema