Nationalsozialismus:"Vergessen wäre das Schlimmste"

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Der Versöhner: Leon Weintraub im Jahr 2015 in einer Ausstellung mit einem Foto von sich selbst. (Foto: privat)

Mit 19 Jahren kam Leon Weintraub ins KZ Flossenbürg. Jedes Jahr kehrte er zurück, um von der Hölle der Nazis zu berichten. Die Pandemie macht persönliche Treffen mit KZ-Überlebenden unmöglich - doch das Erinnern muss weitergehen.

Von Thomas Balbierer

Drei Jahre sind vergangen, seit Leon Weintraub zum letzten Mal dieses Beben in sich spürte. Drei Jahre, seit er zuletzt auf dem kalten Kiesboden des ehemaligen Konzentrationslagers Flossenbürg stand - hier im Oberpfälzer Wald, wo Vögel friedvoll aus den Nadelbäumen zirpen und sonst meist Stille herrscht. Der Frieden kam vor 76 Jahren. Als der Nazi-Terror endete, wurde das KZ überbaut, verdrängt, vergessen, spät wiederentdeckt. Doch Körper und Geist vergessen nicht. Das Vibrieren, sagt Weintraub, beginne in den Fußsohlen und ströme nach oben "durch den ganzen Körper". Auf einmal sind die Bilder wieder da. Was sind schon 76 Jahre für dieses historische Verbrechen?

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