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Statistik:Flächenverbrauch steigt stetig an

Die Zersiedlung Bayerns schreitet voran: Innerhalb eines Jahrzehnts sind fast 600 Quadratkilometer mit Häusern, Straßen und Grünanlagen bebaut worden - dies entspricht mehr als dem Stadtgebiet von München und Nürnberg zusammen. Nach einer neuen Berechnung des Statistischen Landesamts zählten Ende vergangenen Jahres 8551 Quadratkilometer in Bayern zur "Siedlungs- und Verkehrsfläche", wie die Behörde am Donnerstag in Fürth mitteilte. Das waren 39 Quadratkilometer mehr als ein Jahr zuvor. Obwohl der Flächenverbrauch ein großes Thema in der Landespolitik ist, wurden 2019 im täglichen Schnitt 10,8 Hektar bebaut - was sich auf knapp einen Quadratkilometer Flächenverbrauch alle neun Tage summiert.

Augenfällig ist aber vor allem die langfristige Entwicklung: Seit 2010 hat sich die Siedlungs- und Verkehrsfläche um 556 Quadratkilometer vermehrt. Zum Vergleich: München ist 310, Nürnberg 186 Quadratkilometer groß. Die Daten sind zwar nicht hundertprozentig vergleichbar, da die statistische Erfassung im vergangenen Jahrzehnt umgestellt wurde, doch am langfristigen Trend ändert das nichts.

Siedlungs- und Verkehrsfläche ist allerdings nicht vollständig mit Beton und Asphalt gleichzusetzen. Dazu zählen auch Grünanlagen oder Sportplätze. Gebäude und Straßen machen aber einen großen Teil des Flächenverbrauchs aus. Die rege Bautätigkeit geht vor allem zulasten der Landwirtschaft, deren Fläche seit Jahrzehnten schrumpft. Bayern wird aber nicht nur grauer, sondern in Teilen auch grüner: Bayerns Wälder sind nämlich in den vergangenen Jahrzehnten ebenfalls größer geworden. Ende 2019 waren es über 24 900 Quadratkilometer, knapp 200 Quadratkilometer mehr als 2012.

© SZ vom 16.10.2020 / dpa

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