Mitten in AltenstadtElterntaxi im Einsatzweg

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Manche Gemeinden empfehlen anliefernden Eltern eigene Haltestellen.
Manche Gemeinden empfehlen anliefernden Eltern eigene Haltestellen.
Sebastian Kahnert/dpa

Erwachsene, die ihre Kinder im Auto zur Schule bringen, meinen es meistens gut und machen trotzdem oft Probleme: In Schwaben verkomplizierten sie einen Feuerwehreinsatz, noch bevor der richtig begonnen hatte.

Glosse von Maximilian Gerl, Altenstadt an der Iller

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Manche erinnern sich vielleicht an ein Lied der Gruppe Extrabreit aus dem Jahr 1980. Es heißt „Hurra, hurra, die Schule brennt“ und handelt genau davon – und es beschreibt damit auch eine brandschutztechnische Herausforderung, der man im schwäbischen Altenstadt an der Iller bestens vorgebaut hat. Dort befindet sich die Grundschule nämlich in direkter Nachbarschaft zum Feuerwehrhaus. 2025 aber ist dieser Standortvorteil ein Nachteil.

Schon mit dem ersten Schultag des neuen Jahres gab es den ersten Ärger. Eigentlich wollten die Feuerwehrler zu einem Einsatz ausrücken – doch als sie mit ihren Autos am Spritzenhaus vorfuhren, fanden sie dieses zugeparkt vor. „Der Grund dafür ist ganz einfach“, teilte die Freiwillige Feuerwehr Altenstadt auf Facebook mit: „Unsere anrückenden Kräfte konnten nicht die vorgegebenen Parkplätze nutzen, da diese durch abholende Eltern belegt waren.“ Also parkten Feuerwehrler teils die Eltern ein. Die Folgen: „eine unangenehme Stimmung und Diskussionen“. Dabei ist Zeit das, was die Feuerwehr im Notfall am wenigsten hat.

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Es dürfte im Landkreis Neu-Ulm nicht trösten, dass man Ähnliches andernorts in Bayern kennt. Die sogenannten Elterntaxis sind gut gemeint und haben trotzdem einen schlechten Ruf: Wo zu viele Erwachsene gleichzeitig ihre Kinder zur Schule fahren oder von dort abholen, da geraten erst die Straßen an ihre Grenzen und dann die Nerven. Traut man den Schlagzeilen, hat das Phänomen mit dem Januar mindestens emotional einen Höhepunkt erreicht. „Gefühlt fahren immer mehr Elterntaxis in Traunstein“, schrieb etwa das Traunsteiner Tagblatt vergangene Woche. Die Deutsche Presseagentur meldete, dass die bayerische Polizei in diesem Schuljahr schon „Hunderte Strafzettel“ an Elterntaxis verteilt habe. Und der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband warnte, dass zu viele Elterntaxis vor der Schule zu einer Gefahr für andere Kinder werden könnten.

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Ob’s hilft? Gegen Elterntaxis wurde zumindest schon viel versucht: So können in Augsburg Grundschulkinder für jeden Tag, an dem sie den Schulweg ohne Auto zurücklegen, auf einer Bonuskarte ein Feld ausfüllen und Preise gewinnen. Eine Chance ist das Ganze ansonsten höchstens noch für die Musiker von Extrabreit. Sollten sie über einen Folgehit nachdenken: „Oje, oje, am Parkplatz brennt’s“ könnte vor mancher Schule den Sound liefern.

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