Bayerische LiberaleStauffenberg-Enkel soll FDP-Generalsekretär werden

Karl Schenk Graf von Stauffenberg ist seit Juli Co-Vorsitzender der Liberalen in Unterfranken. Nun soll er sich auch auf Landesebene engagieren.
Karl Schenk Graf von Stauffenberg ist seit Juli Co-Vorsitzender der Liberalen in Unterfranken. Nun soll er sich auch auf Landesebene engagieren. (Foto: Johannes Simon)

Nicht mehr im Landtag, nicht mehr im Bundestag – die Liberalen kommen derzeit in Bayern politisch kaum vor. Jetzt kündigen sie einen klangvollen Namen für ein Spitzenamt im Landesverband an.

Der Enkel von Claus Schenk Graf von Stauffenberg soll Generalsekretär der FDP in Bayern werden. Der Chef des Landesverbands, Michael Ruoff, sagte, er habe Karl Schenk Graf von Stauffenberg als Nachfolger des aus privaten Gründen zurückgetretenen Christoph Skutella nominiert.

Karl Schenk Graf von Stauffenberg sitzt für die FDP im Kreisrat im unterfränkischen Landkreis Rhön-Grabfeld. Zuletzt wurde er im Juli als Teil einer Doppelspitze des Bezirksverbands Unterfranken gewählt. „Karl ist als klare Stimme der Freiheit in der Partei allseits geschätzt und wird ein wichtiges verbindendes Element für alle kommenden Herausforderungen sein“, sagte Ruoff über den FDP-Politiker. Er solle als Generalsekretär auch eine Stimme des ländlichen Raums in der Partei sein.

Der Großvater des designierten Generalsekretärs, Claus Schenk Graf von Stauffenberg, hatte mit einer Gruppe von Wehrmachtsoffizieren am 20. Juli 1944 vergeblich versucht, Adolf Hitler mit einer Bombe zu töten, die nationalsozialistische Herrschaft zu stürzen und den Zweiten Weltkrieg zu beenden. Stauffenberg und drei weitere Beteiligte wurden noch am selben Abend im Innenhof des Bendlerblocks in Berlin erschossen. Dort ist nun die Gedenkstätte angesiedelt.

Sein Familienname sei „kein Privileg, sondern eine Verpflichtung“, betont Karl Schenk Graf von Stauffenberg. Er wolle vor allem junge Menschen stärken, sie für die freiheitlich-demokratische Grundordnung begeistern und ihnen Mut machen, Verantwortung zu übernehmen. Geschäftsführend kann er das ab sofort schon als Generalsekretär der bayerischen FDP. Ob er auch offiziell in dieses Ehrenamt gewählt wird, entscheidet sich beim nächsten FDP-Parteitag im April.

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SZ PlusVon Olaf Przybilla (Text) und Johannes Simon (Fotos)

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