Mitgliederbefragung vor LandesparteitagMichael Ruoff soll FDP-Landesvorsitzender werden

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Die gelben Schuhe brachten Münchens FDP-Stadtchef Michael Ruoff bei der Wahlparty zur Landtagswahl 2023 kein Glück. Damals schafften es die Liberalen nicht mehr in den Landtag.
Die gelben Schuhe brachten Münchens FDP-Stadtchef Michael Ruoff bei der Wahlparty zur Landtagswahl 2023 kein Glück. Damals schafften es die Liberalen nicht mehr in den Landtag. (Foto: Alessandra Schellnegger)

Münchens FDP-Vorsitzender soll dem gebeutelten Landesverband zu neuer Stärke verhelfen. Ein Mitgliedervotum empfiehlt ihn als neuen Landeschef. Ihn erwartet eine Menge Arbeit.

Von Katja Auer

Der Münchner FDP-Vorsitzende Michael Ruoff, 49, soll neuer Landesvorsitzender der bayerischen Liberalen werden. Er setzte sich in einer Mitgliederbefragung mit knapp 60 Prozent gegen den früheren Landtagsabgeordneten Matthias Fischbach aus Erlangen durch. Die FDP setzte das Instrument erstmals ein, um einen neuen Landeschef zu küren. Die Beteiligung war allerdings überschaubar. 1318 Mitglieder gaben nach Angaben des bisherigen Landesvorsitzenden Martin Hagen ihre Stimme ab, das entspreche 17,7 Prozent der Mitgliederzahl.

Am kommenden Wochenende soll beim Parteitag in Amberg ein neuer Landesvorstand gewählt werden. Er sei „hinreichend optimistisch“, dass die Delegierten dem Mitgliedervotum folgen, sagte Ruoff am Montag. Er wolle die Freien Demokraten „wieder in die Vorhand bringen“, sagt der Anwalt und Unternehmer. Dazu gehöre zum einen, die Kommunalwahl erfolgreich abzuschließen. Derzeit stellt die FDP nach Angaben der Partei 146 Stadt- und Kreisräte sowie 205 Gemeinderäte. Gut 50 weitere Mandate besetzen Kandidatinnen und Kandidaten aus gemeinsamen Wahlvorschlägen mit anderen Parteien.

Ruoff will die Liberalen außerdem zurück in den Landtag führen. 2023 hatte die Partei mit 4,2 Prozent der Wählerstimmen den Wiedereinzug in Bayern verpasst, im Februar waren die Liberalen außerdem bei der Bundestagswahl aus dem Parlament geflogen. Das bisherige bayerische Führungsduo aus dem früheren Landtagsfraktionschef Hagen und Katja Hessel, die in der Ampel-Regierung bis zum Ausstieg der FDP Staatssekretärin im Finanzministerium war, hatten danach angekündigt, nicht mehr antreten zu wollen.

Ruoff ist seit 2020 Münchner Stadtvorsitzender der FDP und war bei der Landtagswahl 2023 angetreten. Er sei „immer ein Vertreter der ganzen Breite des Liberalismus“ gewesen, sagte er am Montag. Bürgerrechte und Wirtschaftsliberalismus seien für ihn zwei Seiten einer Medaille, die sich nicht trennen ließen. Er wünsche sich eine Partei, „die mehr Stimmen aus der Gesellschaft aufnimmt“, sagte er.

Am Wochenende soll in Amberg der gesamte Vorstand neu gewählt werden. Als Generalsekretär will Ruoff Christoph Skutella aus Weiden vorschlagen, der das Amt bereits seit 2023 innehat.

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