KriminalitätPro Tag werden in Bayern mehr als 60 Fahrräder geklaut

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Die Szene ist gestellt, aber so könnte es aussehen, wenn ein Dieb mit einem Bolzenschneider ein Fahrradschloss knackt.
Die Szene ist gestellt, aber so könnte es aussehen, wenn ein Dieb mit einem Bolzenschneider ein Fahrradschloss knackt. Foto: Andreas Gebert/dpa

Täglich haben es Diebe auf Fahrräder und E-Bikes abgesehen. Der Schaden geht in die Millionen.

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In Bayern ist im vergangenen Jahr die Zahl der angezeigten Fahrraddiebstähle deutlich zurückgegangen. Pro Tag werden rechnerisch aber immer noch mehr als 60 Räder geklaut. Dies geht aus einer Auflistung des Innenministeriums auf Anfrage der SPD im Landtag hervor. Demnach wurden von der Polizei landesweit 22 018 Fälle registriert. 2024 waren es noch 25 114, 2023 sogar 25 854.

Die Aufklärungsquote lag 2024 und 2025 mit 13,6 Prozent aber etwas höher als 2023 (11,8 Prozent), wie es in der Auflistung heißt, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Das bedeutet, dass ein Großteil der gestohlenen Räder nicht wiedergefunden wird. Generell dürfte die Gesamtzahl der Diebstähle aber deutlich höher liegen, da bei alten Rädern vermutlich nicht jeder Fall zur Anzeige gebracht wird.

Die Schadenssumme durch die Diebstähle bezifferte das Innenministerium für 2025 auf mehr als 27 Millionen Euro, 2024 gar auf 28,9 Millionen Euro. Verglichen zu 2020 (17 Millionen Euro) bedeutete dies einen deutlichen Anstieg, was mit den Diebstählen besonders hochpreisiger Räder, darunter auch E-Bikes, erklärt werden kann.

Auf regionaler Ebene wird fast die Hälfte aller Diebstähle im Regierungsbezirk Oberbayern (10 819 im Jahr 2025) und hier im Raum München (5671) verortet. In Niederbayern waren es 1409 Diebstähle, in der Oberpfalz 1368, Oberfranken kam auf 1253 Fälle, Mittelfranken auf 3285 Fälle, Unterfranken auf 1108 und Schwaben auf 2637.

Anders als bei den Diebstählen zeigt sich bei der Unfallstatistik dagegen kein Rückgang der Fallzahlen. 2025 wurden bayernweit 19 845 Unfälle mit Radfahrern registriert, der höchste Wert seit 2020 (19 212). Bei den im Verkehr getöteten Radfahrern gab es immerhin 2025 einen leichten Rückgang auf 83, 2024 waren es 97 Tote, 2020 waren es 70.

„Die Menschen steigen immer öfter aufs Fahrrad oder E-Bike um – aber Sicherheit und Infrastruktur halten mit dieser Entwicklung offensichtlich nicht Schritt“, sagte Ruth Müller (SPD). Zwar sei es eine gute Entwicklung für Klima, Gesundheit und Mobilität im ländlichen Raum, wenn mehr Menschen auf Fahrrädern unterwegs seien. Die hohen Unfallzahlen zeigten aber auch, dass die Infrastruktur verbessert werden müsse. Auch die Zahl der Diebstähle und die geringe Aufklärungsquote hielten Menschen davon ab, Geld in hochwertige Fahrräder und E-Bikes zu investieren.

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