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Engerer Takt und neue Züge:RE 1 statt RE 59401

Zum Fahrplanwechsel müssen sich Bahnfahrer an neue Liniennummern gewöhnen

Von Maximilian Gerl

Zusätzliche Stopps, neue Fahrzeuge und vor allem viele ungewohnte Kürzel: Auf Bayerns Bahnpendler kommen mit dem Fahrplanwechsel am 13. Dezember einige Änderungen zu. Die augenscheinlichste: Die Linien im Regionalverkehr werden umbenannt. Die bisher übliche Kombination aus Betreiberkennung und Ziffernfolge wird durch ein bayernweit einheitliches System ersetzt. Die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG), die im Auftrag des Freistaats den Regionalverkehr auf der Schiene bestellt, erhofft sich davon mehr Übersichtlichkeit.

Die neue Einfachheit dürfte allerdings zunächst vielerorts Verwirrung stiften. Vorneweg steht von Sonntag an stets eines von drei Kürzeln: RE für Regionalexpress, RB für Regionalbahn und S für S-Bahn. Danach folgen zwei Ziffern. Nebenlinien beginnen dabei mit der gleichen Ziffer wie ihre Hauptlinie. So heißt der RE 59401 von München nach Nürnberg fortan RE 1. Die bei Ingolstadt abzweigende Verbindung gen Augsburg wird unter RB 13 bedient. Generell gelten als RE alle Regionalzüge, die nur an einigen größeren Bahnhöfen halten. Eine RB stoppt dagegen an allen Stationen - es sei denn, das übernimmt auf dieser Strecke schon eine S-Bahn.

Die vielleicht größten Veränderungen im Regionalverkehr sind in und um Nürnberg zu erwarten. Zum Beispiel werden auf der Linie RE 1 schrittweise Neufahrzeuge des tschechischen Herstellers Škoda zum Einsatz kommen. Die Züge verkehren mit Doppelstockwagen und sollen mehr Platz für Reisende bieten. Allerdings entfällt bei diesen Zügen der Umstieg in Ingolstadt. Dafür wird sich die Reisezeit von München nach Nürnberg bestenfalls auf etwa anderthalb Stunden verkürzen. Zum Fahrplanwechsel soll außerdem die Erneuerung des Fahrzeugparks bei der S-Bahn Nürnberg abgeschlossen sein. Im Netz kommt die Strecke zwischen Nürnberg und Allersberg als S 5 hinzu. Und auf der Strecke Augsburg - Nürnberg werden zwischen Treuchtlingen und Augsburg Taktlücken verkleinert. Künftig sind laut BEG auch am Wochenende stündlich Fahrten zwischen Treuchtlingen und Donauwörth möglich.

Im Allgäu wird die Fahrzeugflotte ebenfalls ausgetauscht und erweitert. Neue Fahrzeuge verkehren laut BEG künftig unter anderem auf den von Kempten ausgehenden Linien nach Ulm (RE 75 und RE 77), München (RE 74), Oberstdorf (RE 75), Lindau (RE 77) sowie Pfronten (RB 73). Zudem übernimmt die DB Regio die beiden Strecken München - Lindau (RE 70) und München - Oberstdorf (RE 76) von der Länderbahn.

Im bayerischen Oberland wurde ein Teil der Flotte bereits im Sommer erneuert. Insbesondere an schönen Wochenenden sind die Linien von München in die Berge chronisch überfüllt. Entlastung sollen nun Taktverdichtungen bringen. So wird auf den Strecken gen Tegernsee (RB 57) und Lenggries (RB 56) künftig ganztags weitestgehend ein 30-Minuten-Takt gefahren. Vorausgesetzt, es kommt nichts dazwischen. Die Strecken gelten als witterungs- und verspätungsanfällig. Längere Wendezeiten am Münchner Hauptbahnhof sollen mehr Spielraum bringen - und das Risiko reduzieren, dass sich wie bisher Verspätungen von Zug zu Zug summieren.

Die Neuerungen in Ostbayern sind überschaubar. Die seit Sommer andauernden Bauarbeiten zwischen Mühldorf und Passau sollen zum Montag abgeschlossen werden. Dort fährt dann die RB 46. Auf der Strecke Regensburg - Weiden - Marktredwitz (RB 23) werden die bisherigen Bedarfshalte in Luhe-Wildenau (Landkreis Neustadt an der Waldnaab) in Regelhalte umgewandelt.

© SZ vom 12.12.2020/van
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