Bahnfahren in BayernWas sich zum Fahrplanwechsel ändert

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Im vergangenen Jahr leider ein gewohntes Bild an vielen bayerischen Bahnhöfen. Ob mit dem neuen Fahrplan die Züge verlässlicher und pünktlicher unterwegs sind, wird man sehen.
Im vergangenen Jahr leider ein gewohntes Bild an vielen bayerischen Bahnhöfen. Ob mit dem neuen Fahrplan die Züge verlässlicher und pünktlicher unterwegs sind, wird man sehen. (Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa)

Am 15. Dezember 2024 wechselt der Fahrplan auch auf Bayerns Gleisen – ein Überblick über die Änderungen.

Von Maximilian Gerl

Neue Züge, eine reaktivierte Strecke und ein Experiment mit Wasserstoff: Mit dem Fahrplanwechsel am 15. Dezember 2024 erwarten Bahnreisende wieder zahlreiche Änderungen im bayerischen Schienenverkehr. Ein Überblick ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

In Schwaben können Fahrgäste der Riesbahn endlich auf mehr Verlässlichkeit hoffen. Für die Linien RE 89 und RB 89 von Donauwörth über Nördlingen nach Aalen soll es wieder ausreichend Fahrdienstleiter geben. So meldet es Betreiber Arverio, der sich wiederum auf die Infrastruktur-Tochter der Deutschen Bahn Infrago bezieht: Durch die Besetzung aller Stellwerke könne man wieder „den eigentlich vorgesehenen Fahrplan auch am Abend und am Wochenende fahren“. Das Allgäu quert morgens ein zusätzlicher Eurocity-Zug von Zürich nach München – mit der Folge, dass ein RE 96 nicht mehr die ganze Strecke von Lindau nach München durchfahren kann. Weil Straßenbaumaßnahmen abgeschlossen wurden, können mehr Regionalzüge zwischen Lindau-Insel und Lindau-Reutin fahren. Das Netz Ostallgäu-Lechfeld wird zum Testfeld für Wasserstoff: Ein Zug des Typs Mireo Plus H von Siemens soll einzelne Fahrten zwischen Augsburg, Füssen und Landsberg übernehmen.

Ein vorgezogenes Weihnachtswunder vollzieht sich für Eisenbahnfreunde in Franken. Denn mit dem Fahr­plan­wech­sel nimmt die Hesselbergbahn als RB 62 wieder ihren Betrieb auf – nach fast vier Jahrzehnten Stillstand. Zunächst gilt aber laut Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN) ein Ersatzkonzept, bis ein elektronisches Stellwerk fertig gebaut ist. Der VGN verlängert außerdem die S-Bahn-Linie 4 von Nürn­berg über Dombühl hinaus bis ins baden-württembergische Crailsheim. Auf der S 1 gibt es mit Forchheim Nord einen neuen Bahnhof.

Auch die Verbindung von Nürnberg nach Tschechien soll besser werden: Der RE 33 fährt dazu abschnittsweise gemeinsam mit den Linien RE 30 (Nürnberg-Bayreuth) und RE 31 (Nürnberg-Marktredwitz-Hof). In Pegnitz wird der Zugteil Richtung Bayreuth abgetrennt, in Marktredwitz der Zugteil Richtung Hof, teilt die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) mit. Demnach gibt es auch weiter im Norden mit Nahverkehr Mainfranken (NVM) einen neuen Verkehrsverbund, bestehend aus Stadt und Landkreis Schweinfurt, Stadt und Landkreis Würzburg sowie den Landkreisen Bad Kissingen, Rhön-Grabfeld, Haßberge, Kitzingen und Main-Spessart. Im Landkreis Roth ersetzt mit Rednitzhembach Mobil ein On-Demand-Verkehr das Sammeltaxi der Gemeinde.

Zwischen Franken, der Oberpfalz und Oberbayern gibt es Änderungen beim Flughafenexpress. Dieser fährt laut BEG nun alle zwei Stunden vom Münchner Airport über Regensburg hinaus weiter nach Nürnberg. Der RE 50 Nürnberg-Regensburg werde außerdem nach Plattling verlängert: „Damit erhält die Region östlich von Regensburg erstmals eine umsteigefreie Direktverbindung im Nahverkehr nach Nürnberg.“ Dafür muss der RE 50 fortan Radldorf bei Straubing auslassen. Und die RB 51, die bislang zwischen Neumarkt und Plattling alle Stationen bedient hat, wird gekürzt und fährt im Grundtakt nur noch bis beziehungsweise ab Regensburg.

Neue Züge pendeln zwischen Ober- und Niederbayern: Zum Start des neuen Verkehrsvertrags für RE 3 (München-Passau) und RB 33 (München-Freising-Landshut) werde die DB Regio „25 neue Fahrzeuge des Typs Siemens Desiro HC“ einsetzen, heißt es seitens der BEG. Diese sollen dank anderer Fensterscheiben eine „deutlich bessere Mobilfunkdurchlässigkeit“ ermöglichen. Außerdem sollen beim RE 3 einzelne Taktlücken kleiner werden. Die RB 33 erhält dazu sogar einen komplett neuen Fahrplan. Ein Stück Normalität soll angeblich wieder im Berchtesgadener Land einkehren: Nach Ende von Bauarbeiten wird die S 3 wieder von Schwarzach-St. Veit (Österreich) über Salzburg und Freilassing bis Bad Reichenhall durchgebunden. Der Münchner Verkehrsverbund wächst erneut, diesmal um die Landkreise Landsberg am Lech und Weilheim-Schongau.

Weniger Freude bereitet Bahnreisenden hingegen meist die Entwicklung der Ticketpreise: Viele werden künftig mehr zahlen. So werden bei der Deutschen Bahn die Zeitkarten um durchschnittlich 5,9 Prozent teurer. Der Preis für die Bahncard 100 steigt sogar um 6,6 Prozent. Der VGN hat bereits im Sommer eine Erhöhung von durch­schnitt­lich 6,28 Prozent angekündigt, die zum Jahreswechsel greifen soll. Dann kostet auch das Deutschlandticket mehr – aus 49 Euro pro Monat werden 58 Euro.

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