Leere GasspeicherLandtags-Grüne fordern Bericht von Aiwanger

Lesezeit: 2 Min.

Der Gasspeicher in Wolfersberg war Ende Januar nur noch zu fünf Prozent gefüllt.
Der Gasspeicher in Wolfersberg war Ende Januar nur noch zu fünf Prozent gefüllt. Peter Kneffel/dpa

Die deutschen Gasspeicher sind recht leer – und die in Bayern ganz besonders. Die Bundesnetzagentur sieht darin kein Problem. Doch die Sorgen vor hohen Kosten wachsen trotzdem.

SZ bei Google bevorzugen

Wegen der Rekord-Tiefstände in den bayerischen wie deutschen Gasspeichern fordern die Grünen einen Bericht von Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) im Landtag. „Wir wollen wissen, wie die momentane Situation in Bayern ist und welche Maßnahmen die Staatsregierung ergreift, um langfristig Versorgungssicherheit zu schaffen und die teuren Gas-Abhängigkeiten zu reduzieren“, sagte der energiepolitische Sprecher der Landtagsfraktion, Martin Stümpfig. Es brauche Transparenz zur Versorgungslage und eine Strategie, wie die Staatsregierung Versorgungssicherheit schaffen und kostspielige Gasabhängigkeiten konsequent abbauen wolle.

Im bundesweiten Vergleich sind die bayerischen Erdgasspeicher derzeit besonders leer. „Die aktuell alarmierend niedrigen Füllstände der bayerischen Erdgasspeicher machen deutlich, wie verletzlich das fossile Energiesystem weiterhin ist. Der Füllstand von rund 20 Prozent liegt erheblich unter dem Niveau der Vorjahre“, betonte Stümpfig. Im Vergleichszeitraum 2025 sanken die Speicherfüllstände um weitere 14 Prozent bis Ende März.

SZ Bayern auf Whatsapp
:Nachrichten aus der Bayern-Redaktion – jetzt auf Whatsapp abonnieren

Von Aschaffenburg bis Berchtesgaden: Das Bayern-Team der SZ ist im gesamten Freistaat für Sie unterwegs. Hier entlang, wenn Sie Geschichten, News und Hintergründe direkt aufs Handy bekommen möchten.

Der Gasspeicher in Wolfersberg beinhaltete Ende Januar bereits nur noch fünf Prozent und steht damit kurz vor einem Leerstand. Ende Januar 2025 waren es noch 30 Prozent. Dies geht aus einer Antwort des Bundeswirtschaftsministeriums auf eine Anfrage der Grünen im Bundestag hervor. In früheren Jahren hatte die Staatsregierung von CSU und Freien Wählern die Bundesregierung dafür massiv kritisiert und eine weitsichtigere Gasstrategie eingefordert. Aktuell ist nichts Derartiges zu vernehmen. Dafür kam auch von der AfD bereits massive Kritik; auch sie warf der CSU-geführten Staatsregierung untätig vor.

„Statt entschlossen gegenzusteuern, fehlt es sowohl auf Bundes- als auch auf Landesebene an wirksamen Maßnahmen zur Stabilisierung der Situation“, sagte Stümpfig. Mit der Abschaffung der Gasspeicherumlage zum 1. Januar 2026 durch die neue Bundesregierung sei ein zentrales Instrument zur Absicherung der Speicherbefüllung aufgegeben worden. Es zeige sich, dass der freie Markt alleine die Versorgungssicherheit nicht sicherstellen könne.

Gefährliches Pokern mit den Gaspreisen?

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) habe es versäumt, frühzeitig Gas einzukaufen und einzuspeichern, wie es unter der Vorgängerregierung üblich gewesen sei. „Sie hat gepokert auf günstigere Gaspreise und verloren“, betonte Stümpfig.
Die Folge ist ein weiteres Leerlaufen der Gasspeicher und eine wachsende Abhängigkeit von importiertem Flüssiggas (LNG), so Stümpfig. „Diese Entwicklung steht im klaren Widerspruch zu den Zielen von Klimaschutz, Resilienz und echter Energieunabhängigkeit.“

Die Bundesnetzagentur sieht dagegen in den historisch niedrigen Füllständen keinen Grund zur Sorge. Über Pipelines oder LNG-Terminals würde weiterhin genug Gas in Deutschland ankommen. Diese Ansicht vertreten auch das Bundeswirtschaftsministerium und Hauschefin Reiche. Neben der Frage, ob die Gasspeicher für den Restwinter ausreichen, gibt es Sorgen, ob für den nächsten Winter genug Gas eingelagert werden kann und zu welchem Preis.

© SZ/DPA - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

Bayern
:Was bleibt von der SPD nach der Kommunalwahl übrig?

Die Rathäuser sind das letzte Machtzentrum der Sozialdemokraten in Bayern. In wichtigen Städten wie Regensburg, Bamberg und Passau hören die Amtsinhaber auf. Die Partei macht sich trotzdem Mut.

SZ PlusVon Thomas Balbierer und Niklas Schneider

Lesen Sie mehr zum Thema

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: