Aus dem Vorzimmer der StaatskanzleiMehr Weltfrieden mit Markus Söder

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Deutschland scheiterte bei Wahl für einen Sitz im UN-Sicherheitsrat. Könnte es Bayern besser machen?
Deutschland scheiterte bei Wahl für einen Sitz im UN-Sicherheitsrat. Könnte es Bayern besser machen? Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Deutschland hat es nicht in den UN-Sicherheitsrat geschafft. Überhaupt kein Problem! Der bayerische Ministerpräsident hilft gern aus. Ein Kammerspiel.

Glosse von Roman Deininger

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Nachmittags in der Bayerischen Staatskanzlei. Im Vorzimmer von Ministerpräsident Markus Söder sitzen die Minister Hubert Aiwanger und Michaela Kaniber etwas ungeduldig auf zwei Stühlen vor der Wand. Söders Sekretärin tippt am Computer. Stille. Aus Söders Büro aber dringen Stimmen und Gelächter.

Kaniber: A weng is des scho wie beim Dokta. Du wartst und wartst, aber ob'd heit no dran kummst, des woaßt net gwiss. Oder, Hubert?

Aus Söders Büro hört man nun einen Ausruf in gebrochenem Deutsch: „Ein brandnew BMW-Kunden-Center!“

Aiwanger: Do geht’s ja zu wie in der Ferkelbox noch der Impfung. Wer ist denn do drin bei eam?

Sekretärin: Das gerade war der Botschafter von Sao Tomé und Principe.

Aiwanger: Und für die Londwirte hot er keine Zeit.

Kaniber: (zur Sekretärin) Habt's was zum Lesen?

Die Sekretärin steht auf und gibt Kaniber und Aiwanger je einen dicken Papierstapel in die Hand.

Kaniber: I hätt' jetzt eher an die Bunte gedacht! Oder die InTouch.

Aiwanger: Dos wor mir klor, doss der feine Herr Ministerpräsident die Fisch und Fong nicht im Ongebot hot. Oder dos Korpfenmogozin.

Kaniber: (schaut skeptisch auf den Papierstapel) Was ist jetzt des?

Sekretärin: Das ist der Fronleichnamsbrief des Herrn Ministerpräsidenten. Und die zwölf gehefteten Seiten dahinter sind der kleine Denkanstoß zum Johannisfest.

Ein Herr im dunklen Anzug betritt das Vorzimmer, wird von der Sekretärin herzlich begrüßt und sofort ins Söder-Büro geleitet. Man hört Stimmengewirr und dann Söder: „Mein lieber Herr Außenminister, Respekt und Anerkennung!“

Aiwanger: Der reinste Hühnerstoll.

Kaniber: Wer war des jetzt, des Grischperl?

Sekretärin: Das war der Außenminister der Salomonen. So, jetzt aber Ruhe bitte. Drinnen beginnt gleich der Livestream.

Die Sekretärin dreht ihren Monitor zu Aiwanger und Kaniber. Das Bild zeigt Söder am Mikrofon umringt von zwei Dutzend Menschen. Manche tragen BMW-Kappen und FC-Bayern-Trikots.

Söder: ... sind wir stolz, mitteilen zu dürfen, dass der Freistaat Bayern sich für die Wahlperiode 2035/36 um einen Sitz im UN-Sicherheitsrat bewirbt. Und besonders liegt mir am Herzen, ihnen zu sagen, was ich vor wenigen Minuten per SMS auch dem Herrn Bundeskanzler gesagt habe: Es wäre falsch zu glauben, der Freistaat Bayern trete bei dieser Wahl gegen die Bundesrepublik Deutschland an. Nein: Wir arbeiten gemeinsam am Frieden in der Welt.

Aiwanger: (steht auf, im Gehen) Und die Londwirte sind ihm egol.

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:Wer so auf Stärke setzt wie Markus Söder, darf sich Schwäche nicht erlauben

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