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Unter Bayern:Ist das noch Urlaub? Oder einfach nur daheim?

Deutschlands Bäder: Wo Kurpark auf Thermalbad trifft

Ist doch eigentlich auch ganz schön: von Bad Aibling aus hat man einen tollen Blick auf die Alpen.

(Foto: dpa-tmn)

Am Anfang vom Ende der Pandemie könnten die Hoffnungen auf Erholung in Bayern steigen. Es bleibt einem zur Zeit ja kaum was übrig als sich auf die Schönheiten vor der eigenen Tür zu besinnen.

Glosse von Deniz Aykanat

Am Ende dauert ja alles immer länger, als man am Anfang gedacht hat. Meistens viel länger. Das Ende dieser Pandemie zum Beispiel dauert jetzt schon so lange, dass man sich gar nicht mehr sicher sein kann, ob das nun tatsächlich schon das Ende ist oder ob wir uns doch noch mittendrin befinden. Und zwar nicht nur am Anfang vom Ende, sondern mitten in der Mitte. Oder so. Es ist verwirrend.

Als wir noch in der sogenannten Mitte dieser Pandemie waren, etwa im späten Herbst 2020 muss es gewesen sein, da haben die Hoffnungsvollen angenommen, dass das Ende doch ungefähr zu den Pfingstferien erreicht sein müsste. Ist schließlich noch ein halbes Jahr hin! Voller Zuversicht buchte man einen Urlaub. Und zwar fast in Deutschland, also am Gardasee. Man will das Glück ja nicht zu sehr herausfordern, mit Flugreisen gar.

Doch alle Bescheidenheit nützte nichts. Jetzt sind es nur noch wenige Wochen und - ja - irgendwie ist ein Ende in Sicht. Aber man kann es wirklich nur sehr verschwommen erkennen und es liegt definitiv eher hinter den Sommerferien. Fast-Deutschland also storniert.

Damit die reisefreudigen Deutschen nicht völlig irre werden, wurde jetzt etwas fast Neues erfunden - oder unter Massen alter Thailand-Flugtickets entdeckt und hervorgezogen: Urlaub daheim. Das wäre dann wohl Bayern. Und da gibt es schon die eine oder andere hübsche Ecke, wenn nicht sogar flächendeckende Schönheit. Zum Beispiel in der Oberpfalz. Da gibt es verwunschene Wälder und Burgen, Luchse und mittelalterliche Brücken, die dazu einladen, Urlaub im und vor allem vom nicht enden wollenden Ende zu machen.

Wenn man nun aber mitten in diesem Paradies wohnt, ist das dann noch Urlaub? Oder einfach nur daheim? Wenn man mit dem Wort "Labertal" nicht eine Polit-Talkshow assoziiert, sondern Radeln und Wandern und bei "Regen" immer erst an einen Fluss und dann an Niederschlag denkt?

Dann hat man mitten am Anfang vom Ende wohl echt Glück gehabt, immer daheim Urlaub machen zu können. Oder aber man ist beim Urlaub daheim immer mitten im Wäscheberg und nie am Ende des Aufräumens, weil - man einfach daheim ist. Oder so. Es ist verwirrend.

© SZ vom 08.05.2021/lfr
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