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Corona-Krise:Aiwanger: Luftfilter für Gastronomie

Coronavirus - Luftfilter in Restaurant

Ein Luftfilter des Typs Airguard der Firma Sidopa steht in einem Restaurant in Stuttgart. Aiwanger wünscht sich, dass die Geräte auch in Bayern eingesetzt werden.

(Foto: Sebastian Gollnow/dpa)

Eine neue Studie zeigt, wie die Geräte das Ansteckungsrisiko verringern. Wirtschaftsminister Aiwanger fordert nun mehr Öffnungsmöglichkeiten für die Gastronomie - mittels bestehender Technik.

Von Maximilian Gerl

Ob der Einsatz von mobilen Luftreinigern oder die Aufrüstung bestehender Lüftungsanlagen: Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (FW) hat gefordert, mehr Öffnungsmöglichkeiten für Lokale und Wirtshäuser zu schaffen - sofern diese über eine entsprechende Ausstattung verfügen, um das Corona-Infektionsrisiko in geschlossenen Räumen zu reduzieren. Man müsse jetzt die "Technik ins Spiel" bringen, sagte Aiwanger am Freitag anlässlich einer Studienveröffentlichung. Luftreiniger könnten dort, wo eine normale Lüftung nicht reiche, eine zusätzliche Option sein. Auch eine Öffnung der Innengastronomie halte er dann unter bestimmten Bedingungen für machbar.

Im Auftrag von Ministerium, Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (VBW) und bayerischem Hotel- und Gaststättenverband Dehoga hatte eine Studie des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik die Möglichkeiten mobiler Luftreiniger untersucht. Solche Geräte kommen bislang nur sporadisch zum Einsatz; etwa in manchen Schulen, um die Luft von möglicherweise virushaltigen Partikeln zu reinigen. Die Verbreitung über Aerosole - kleine Schwebeteilchen in der Luft - gilt neben Tröpfcheninfektionen als Hauptübertragungsweg von Sars-CoV-2. Die Studie untersuchte deshalb, welche Luftreinigungstechnologien Coronaviren entfernen oder inaktivieren können, ohne dass schädliche Beiprodukte anfallen. Das Ansteckungsrisiko werde bei richtigem Gebrauch der Geräte "durch die Reduktion der Virenlast merklich verringert", heißt es in dem Papier.

Je nach Technologie sinke die Viruskonzentration in der Luft "bei zweistündigem Betrieb bis zu 99 Prozent". Die Ergebnisse sollen von kommender Woche an in einem "Raumlufthygiene-Konfigurator" nutzbar sein: eine Art Online-Baukasten, mit dem zum Beispiel Gastronomen ihre Raumsituation nachstellen und Lüftungskonzepte entwerfen können. Denn die Auswahl passender Geräte und ihre Platzierung ist keineswegs trivial. Unter anderem Größe und Schnitt des Raums beeinflussen die Wirksamkeit. Auch deshalb steht das Umweltbundesamt mobilen Luftreinigern kritisch gegenüber. Prüfberichte erweckten häufig den Eindruck, "man könne die Konzentration von Aerosolen beliebig reduzieren", schreibt die Behörde auf ihrer Website. Jedoch könne ein mobiles Gerät die Konzentration real zwar senken, "aber zu keinem Zeitpunkt auf null bringen".

Letzteres behauptet auch die Studie nicht: Ihr geht es vor allem darum, "eine bessere Standardisierung" zu schaffen. Derzeit gebe es auf dem Markt viele verschiedene Angebote, die Orientierung sei da für Laien schwierig. Aiwanger - wiewohl Teil der Staatsregierung - sagte, er hoffe, dass "die Politik" die neuen Erkenntnisse übernehme. VBW-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt und Dehoga-Landeschef Thomas Geppert sprachen sich ebenfalls für mehr "intelligente Lösungen" aus. Um steigende Infektionszahlen zu verhindern und trotzdem wirtschaftliches wie gesellschaftliches Leben zu ermöglichen, müsse man künftig passgenaue Bausteine finden und kombinieren.

© SZ vom 13.03.2021/syn
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