Wegen Corona:Deutlich mehr "Reichsbürger" in Bayern

In neun Monaten nahm die offizielle Zahl in Bayern um 250 zu. Ein Grund sind Verschwörungstheorien. Die Grünen verlangen eine schnelle Entwaffnung.

In Bayern hat die sogenannte Reichsbürger-Bewegung im Jahr 2021 regen Zulauf gehabt. Die Polizeipräsidien im Freistaat erfassten Ende September insgesamt 4381 "Reichsbürger" beziehungsweise "Selbstverwalter". Dies geht aus einer Antwort des Innenministeriums auf eine Anfrage der Grünen-Landtagsfraktionschefin Katharina Schulze hervor. Laut dem bayerischen Verfassungsschutzbericht lagen Ende 2020 Hinweise auf rund 4130 sogenannte Reichsbürger vor. Somit hat sich ihre Zahl in Bayern binnen eines dreiviertel Jahres um circa 250 erhöht. Die Sicherheitsbehörden gehen davon aus, dass Verschwörungstheorien zu Corona der Szene viel Zulauf verschaffen. Die sogenannten Reichsbürger erkennen die Bundesrepublik Deutschland als Staat nicht an. Laut Innenminister Joachim Herrmann (CSU) beläuft sich die Zahl der "Reichsbürger", die auch im Zusammenhang mit dem Rechtsextremismus bekanntgeworden sind, auf etwa 100 Personen. In der Vergangenheit hatten die Behörden vielen "Reichsbürgern" Waffen abgenommen, teilweise wurden entsprechende Genehmigungen widerrufen. Schulze forderte, die Entwaffnung der "Reichsbürger" künftig noch intensiver zu betreiben.

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