Weihnachts-TraditionDie Christbäume müssen weg

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Eine vergleichsweise risikoarme Methode ist die Entsorgung des Weihnachtsbaums im Container.
Eine vergleichsweise risikoarme Methode ist die Entsorgung des Weihnachtsbaums im Container. (Foto: Robert Michael/dpa)

Jedes Jahr wieder versuchen die Menschen auf verschiedenen Wegen, ihre Nadelbäume loszuwerden – manchmal auch auf Umwegen.

Von Florian Fuchs

Jetzt müssen sie wieder weg, die Christbäume, die schon so vertrocknet sind, dass sie bald Feuer fangen, wenn man nur den Heizkörper aufdreht. Deshalb ab auf den Wertstoffhof, aber ohne Lametta, oder raus auf die Straße, am besten nicht aus dem Fenster. Da gibt es jährlich die tollsten Unfälle, die mit Platzwunden und Schlimmerem enden, Anzeigen wegen Körperverletzung eingeschlossen. Praktisch sind Angebote wie im Landkreis Aichach-Friedberg, wo Pfadfinder das alte Holz gegen ein paar Euro Entlohnung abholen.

Etwa vier Millionen Weihnachtsbäume werden jährlich in Bayern verkauft, da fällt einiges an Holz an. Es ist sogar den Dieben im oberfränkischen Bischberg und im niederbayerischen Geisenhausen zu wünschen, dass sie die 300 Nadelbäume, die sie Mitte Dezember von Verkaufsflächen geklaut haben, an den Mann gebracht haben. So eine Masse muss erst einmal entsorgt werden, und wehe, wenn nicht: Dann wird Bußgeld fällig, mindestens 50 Euro, bei mehreren Bäumen mehr. Falls noch Kugeln dran hängen, kommt obendrauf eine Strafe wegen Umweltverschmutzung.

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Da ist es praktisch, wenn der Baum draußen steht und sich weiterverwenden lässt, wie es in Augsburg der Fall ist: Der Weihnachtsbaum wird dort zum Narrenbaum und kommt erst nach Fasching weg. Es kann aber auch gefährlich werden, wenn das Gehölz so lange steht, siehe Kempten: Dort hat ein 14 Meter hoher Christbaum der Stadt vor zwei Jahren einem Sturm nicht Stand gehalten und ist umgekippt. Vielleicht war es also gar keine schlechte Idee, als der Christbaum vor dem Neu-Ulmer Rathaus vor Jahren plötzlich schon am 27. Dezember verschwand. Dort hatte die Marktbetreiberin einen Auftrag an eine Reinigungsfirma missverständlich formuliert, wie es vonseiten der Stadt hieß – und plötzlich war kein Baum mehr da, sehr zum Verdruss der Oberbürgermeisterin.

Vielleicht sind die Lösung also doch Plastikbäume. Es wird kein Bußgeld fällig und es vertrocknet auch kein Holz, nicht einmal die Pfadfinder müssen kommen, um etwas zu entsorgen. Allerdings hat ein Hotel im Allgäu damit dieses Jahr ebenfalls schlechte Erfahrungen gemacht: Von einem mysteriösen Diebstahl berichteten örtliche Medien, als Unbekannte in der Nacht auf den 14. Dezember einen 1,30 Meter großen Plastik-Tannenbaum aus einem Hotel in Hohenschwangau entführten – die Polizei steht bis heute vor einem Rätsel.

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