Ein Blick in die Zukunft:Kandidat Söder mit miserablen Werten

Parteitag der CSU

Daumen hoch: Auch 2025 hat Markus Söder seinen Optimismus nicht verloren. Noch nicht.

(Foto: dpa)

17 Prozent Rückstand auf die SPD, doch den Optimismus lässt sich der Mann auch bei der Bundestagswahl 2025 nicht nehmen. Schließlich waren es vier harte Jahre.

Glosse von Roman Deininger

München, 25. September 2025. Unionskanzlerkandidat Markus Söder hat CDU und CSU trotz miserabler Umfragen auf einen Sieg bei der Bundestagswahl eingeschworen. "Umfrageergebnisse sind keine Wahlergebnisse und 17 Prozent Rückstand auf die SPD nur eine Momentaufnahme", sagte Söder bei seiner Abschlusskundgebung im Vogelpark Olching. "Weitere vier Jahre hält dieses Land einen Bundeskanzler Kevin Kühnert nicht aus." CSU-Generalsekretärin Katrin Albsteiger kritisierte bei Tiktok mangelnde Unterstützung aus der CDU: "Es ist auch Euer Kanzlerkandidat, Ihr Honks." Söder hatte sich im April in einer erbitterten internen Auseinandersetzung gegen den CDU-Bewerber Wolfgang Schäuble durchgesetzt.

In der CDU verwies man darauf, dass der Leiter des Aachener Büros der Konrad-Adenauer-Stiftung, Armin Laschet, gerade einen Wahlaufruf veröffentlicht habe. "Ich denke nicht lange nach, ob ich die Union mit diesem Kanzlerkandidaten wählen kann", schreibt Laschet darin. "Ich weiß, was ich zu tun habe, und Sie, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, wissen es auch." Altbundeskanzler Olaf Scholz, der im Sommer 2022 nach dreimonatiger Amtszeit "den Weg für eine neue Generation der Sozialdemokratie freigemacht" hatte, mahnte die Union zu mehr Zivilität im Ton: "Ich fordere alle auf, langsamer und leiser zu sprechen."

Unterdessen bekräftigten zahlreiche CSU-Vertreter ihre Rückendeckung für Söder. "Wir stehen voll hinter unserem Kanzlerkandidaten Markus Söder und gratulieren ihm zu seiner klaren Ansage, dass es bei einer Niederlage kein Rückfahrticket nach München gibt", heißt es in einer gemeinsamen Erklärung von Ilse Aigner und Michaela Kaniber, der sich überraschend auch Albert Füracker und Florian Herrmann anschlossen.

Söders Wahlkampf war in die Krise geraten, nachdem die Plagiatsjägerin Gabriele Pauli verdächtige Stellen in seiner Bestseller-Autobiografie "Mein Platz ist in Bayern" entdeckt hatte. Als endgültiger Wendepunkt gelten die "Söder lacht"-Bilder aus dem Juli. Sie zeigen Söder feixend im Hintergrund, während vorne an den Mikrofonen Vize-Ministerpräsident Hubert Aiwanger über anhaltende Kopf- und Gliederschmerzen nach seiner Gelbfieber-Auffrischungsimpfung klagt.

© SZ vom 25.09.2021
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