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Garmisch-Partenkirchen:Bär nach Bayern eingewandert

Wildtierkamera dokumentiert Bär in Bayern

Eine Wildtierkamera fotografierte den Bären im Landkreis Garmisch-Partenkirchen.

(Foto: Bayerische Staatsforsten)

Eine Wildtierkamera hat das Tier bei Garmisch-Partenkirchen fotografiert - die erste Sichtung in Bayern seit "Problembär" Bruno vor 13 Jahren. Vermutlich kommt er aus Tirol.

13 Jahre nach dem als "Bruno" bekannt gewordenen Tier streift wieder ein Braunbär durch Bayern. In der Nacht auf Mittwoch wurde im Landkreis Garmisch-Partenkirchen ein solcher von einer Wildtierkamera fotografiert, wie das Landesamt für Umwelt (LfU) mitteilte. Es sei "möglich", dass dieses Tier dasselbe sei, das seit Juni nachgewiesenermaßen jenseits der Grenze in Tirol unterwegs sei. Und dass es auch jene Kotspuren im Balderschwanger Tal hinterlassen habe, die vor drei Wochen eine Touristin auf einem Foto dokumentiert hatte.

Als dieses Foto in der vergangenen Woche öffentlich wurde, hieß es vonseiten der Behörden noch, es gebe trotz der einwandfreien Zuordnung der Losung, also des Kots des Tieres keine Anhaltspunkte dafür, dass sich der Bär weiterhin in Bayern aufhalte. Nun ist klar: Der Braunbär ist in den Alpen auch auf deutscher Seite unterwegs. Das LfU nennt das Bild einen "Fotonachweis". Wo genau es entstand, verrät es nicht.

Seit diesem Sommer zieht ein junger Braunbär durch die Wälder um Reutte in Tirol, der letzte entsprechende Nachweis datiert laut LfU vom 9. Oktober. "Der Bär verhält sich nach wie vor sehr scheu und unauffällig", ließ das Landesamt am Mittwoch wissen. Behörden, Interessenverbände sowie Bauern und Hirten seien informiert, "Bayern ist mit einem Managementplan auf diese Situation vorbereitet".

Anders als noch im Sommer 2006. Damals streifte ein Bär wochenlang durch Oberbayern, den die Fachwelt JJ1 nannte, die Bevölkerung aber bald Bruno. Er zeigte wenig Scheu vor Menschen und fiel auf, weil er Tiere riss, Bienenstöcke plünderte und auch durch Ortschaften zog. Der damalige Ministerpräsident Edmund Stoiber sprach von einem "Problembär", die Behörden gaben ihn zum Abschuss frei und ließen ihn jagen. Dafür flogen sie eigens finnische Experten ein - die aber nicht fündig wurden. Der Versuch, Bruno lebend zu fangen, scheiterte; schließlich wurde er von einem Jäger in der Nähe der Rotwand am Spitzingsee erschossen. Ausgestopft ist er heute im Museum Mensch und Natur in München zu bewundern.

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