Gute Nachrichten für Vogelfreunde: Für den vom Aussterben bedrohten Brachvogel gibt es in diesem Jahr Grund zur Hoffnung, wie der bayerische Naturschutzverband LBV in Hilpoltstein mitteilte. In mehreren von Mitgliedern betreuten Wiesenbrütergebieten konnten so viele Jungvögel flügge werden wie seit Jahren nicht mehr. Allein im Altmühltal sei es gelungen, 36 junge Brachvögel von knapp 40 Brutpaaren flugfähig zu machen, im Donaumoos weitere 15 bei 23 Paaren.
Wenn solche Bruterfolge über mehrere Jahre hinweg erreicht werden könnten, bestehe erstmals die realistische Chance, den Bestandsrückgang umzukehren, erklärte LBV-Expertin Verena Rupprecht. Der Schutz des Brachvogels kommt ihren Worten zufolge auch den Menschen zugute. Denn intakte Feuchtwiesen und Moore speichern Wasser, kühlen die Landschaft und helfen mit, die Folgen von Trockenheit und Starkregen abzumildern.
Der Brachvogel zählt in Bayern laut Mitteilung zu den am stärksten bedrohten Vogelarten und steht auf der Roten Liste. Entwässerte Moore, der Verlust feuchter Wiesen, ein früher oder häufiger Wiesenschnitt, Nahrungsmangel und zunehmende Störungen haben seinen Lebensraum über Jahrzehnte stark verkleinert. Entscheidend fürs Überleben sei vor allem der Bruterfolg: „Nur wenn ausreichend Jungvögel flügge werden, können die natürlichen Verluste älterer Tiere ausgeglichen werden. Umso bemerkenswerter ist der diesjährige Erfolg, denn die Brutsaison war von einer außergewöhnlichen Trockenheit geprägt“, so Rupprecht.
Mit den 36 Jungvögeln verzeichnet das Altmühltal deutlich bessere Zahlen als in den drei vergangenen Jahren, in denen jährlich weniger als 15 Vögel flügge wurden. Ähnliches zeigt sich im Donaumoos mit 15 Jungen in diesem Jahr. Dort haben es 2025 nur fünf Vögel geschafft, in den beiden Vorjahren jeweils sogar nur drei.


