Der Freistaat Bayern baut seine internationalen Kooperationen in der Wissenschaft weiter aus – und wird zu diesem Zweck ein Hochschul- und Innovationszentrum in Singapur eröffnen. Wissenschaftsminister Markus Blume (CSU), der derzeit auf einer dreitägigen Reise in dem Land ist, spricht von einem „Tor zum Innovationsraum Asien-Pazifik“, Bayern positioniere sich dort „als europäischer Hightech-Standort und Premium-Forschungspartner“.
Wie die SZ erfuhr, soll die Eröffnung des Zentrums auf dem Campus der Nanyang Technological University durch Blume und den Präsidenten der Technischen Universität München (TUM), Thomas Hofmann, an diesem Dienstag stattfinden. Dann will das Wissenschaftsministerium in München auch offiziell über die neue Einrichtung informieren. Es handele sich um die erste deutsche Länderpräsenz im Hochschulbereich in Singapur, hieß es. Dies sei, so Blume, „ein strategischer Meilenstein bei der Internationalisierung unserer Hochschulen“.
Das Zentrum soll als Anlaufstelle für alle bayerischen Universitäten, Hochschulen und Wissenschaftseinrichtungen dienen, die Vernetzung von Forschung und etwa den Austausch bei Förderprogrammen vorantreiben. Gleichzeitig gilt die Dependance, so das Ministerium, als eine Einladung für Studierende wie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, nach Bayern zu kommen. Mit Singapur gibt es nun insgesamt sieben bayerische Hochschulzentren weltweit, unter anderem auch für Indien, China und Lateinamerika. Diese sind sowohl in den entsprechenden Ländern präsent als auch im Freistaat jeweils an eine Hochschule mit besonderer Expertise für diese Region angedockt; darunter sind etwa auch die Universitäten Nürnberg-Erlangen und Bayreuth.
Pionierarbeit für das neue Zentrum jetzt in Singapur hatte eben die Technische Universität München (TUM) betrieben. Schon im Jahr 2002 hatte sie in dem asiatischen Stadtstaat den ersten Auslandsstandort einer deutschen Universität überhaupt gegründet, sogar mit eigenem Campus. „Das Mindset in Singapur ist mutig und smart – das passt perfekt zu Bayern“, lässt sich Minister Blume zitieren. Generell seien „Außenwissenschaftspolitik“ und neue Allianzen entscheidend für die Zukunft der heimischen Forschungslandschaft und deren Resilienz.

Wettbewerb um Forschungsgelder:Bayern hofft auf eine dritte Exzellenz-Uni
Gebannt schauen die bayerischen Universitäten derzeit nach Bonn, wo die Exzellenzkommission über Hunderte Millionen an Fördergeldern entscheidet. Und in Bayern fragen sich die Unis: Reicht es wieder nur für München?
Nicht zu verwechseln sind diese, wenn man so will, bayerischen „Wissenschafts-Botschaften“ mit den Auslandsrepräsentanzen des Freistaats Bayern. Es gibt weltweit mehr als 30 solcher Büros, vereinzelt wie im Fall von Prag oder Brüssel in direkter Zuständigkeit der Staatskanzlei; meist handelt es sich aber eher um Anlaufstellen für Unternehmen und Kammern, angesiedelt sind sie im Bereich des Wirtschaftsministeriums von Hubert Aiwanger (FW).
Ministerpräsident Markus Söder (CSU) plant für die Repräsentanzen des Freistaats ein „umfassendes Update“, vieles sei da „in die Jahre gekommen“, wie er im April während seiner Indien-Reise ankündigte. Innovation und Forschung sollten vor allem stärker die Profile der Auslandsbüros prägen. Womöglich gebe es in Zukunft, wenn man entsprechende Bedarfe identifiziert habe, auch zusätzliche neue Standorte, stellte Söder in Indien in Aussicht.

