Bayerischer Jagdverband:Neue Eskalation im Streit um Weidenbusch

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Bayerischer Jagdverband: Ernst Weidenbusch, Präsident des Bayerischen Jagdverbands (BJV), spricht auf einer Pressekonferenz des Bayerischen Jagdverbands (BJV) Mitte November.

Ernst Weidenbusch, Präsident des Bayerischen Jagdverbands (BJV), spricht auf einer Pressekonferenz des Bayerischen Jagdverbands (BJV) Mitte November.

(Foto: Matthias Balk/dpa)

Frühere Mitarbeiter bekennen sich zu anonymen Brief mit massiven Vorwürfen gegen den Jägerpräsidenten.

Inzwischen vergeht kein Tag ohne Eskalation des Streits um den Jägerpräsidenten und CSU-Landtagsabgeordneten Ernst Weidenbusch. So steht jetzt fest, dass der anonyme Brief echt ist, in dem ehemalige hauptamtliche Mitarbeiter des Bayerischen Jagdverbands (BJV) massive Anschuldigungen gegenüber Weidenbusch erheben. Vier Verfasser haben sich gegenüber einem Rechtsanwalt geoutet, sodass dieser keinen Zweifel an ihrer Autorenschaft hat und das in einer anwaltlichen Versicherung dem BJV-Präsidium bestätigt hat.

Der Grund des komplizierten Verfahrens: Die früheren BJV-Mitarbeiter wollen in der Öffentlichkeit anonym bleiben. Weidenbusch selbst hat die anwaltliche Versicherung noch am Tag ihres Eingangs beim BJV an die Jäger-Kreisgruppen weitergeleitet. In dem Anschreiben an sie heißt es: "Es ist jetzt Aufgabe des Präsidiums, den Inhalt - wie angekündigt - zum Anlass zur selbstkritischen Auseinandersetzung mit dem Schreiben zu nehmen."

Die Autoren des Briefs werfen Weidenbusch "Beschimpfungen, respektlosen Umgang und Wutausbrüche" vor. Außerdem sprechen sie davon, dass Mitarbeiter in Einzelgesprächen gegeneinander ausgespielt worden seien, über andere sei in deren Abwesenheit gerichtet worden, Aufgaben und Funktionen seien "über Nacht" verändert worden, ohne dass dies an die Betroffenen kommuniziert worden sei. Etliche Mitarbeiter seien krank geworden, andere hätten gekündigt, um sich zu schützen. Weidenbusch nannte den Brief wie auch andere Proteste gegen seinen Führungsstil "eine widerliche konzertierte Aktion einer kleinen Gruppe von Personen, die den Jagdverband nicht zur Ruhe kommen lassen wollen". Rücktrittsforderungen lehnt er ab.

Wegen des Streits verlassen inzwischen immer mehr Jäger den BJV, unter ihnen prominente wie Philipp Franz zu Guttenberg. Der Bruder des früheren Verteidigungsministers Karl-Theodor zu Guttenberg besitzt weitläufige Wälder in Oberfranken und der Steiermark und ist in der Wald- und Jagdszene sehr geachtet. Auch ganze Kreisgruppen sind völlig frustriert. Die Berchtesgadener Jäger etwa haben unlängst wegen des Streits die Ausrichtung des Landesjägertags 2023 an den BJV zurückgegeben. Die Veranstaltung zählt in Jägerkreisen zu den wichtigsten im Jahreslauf. Ihre Vergabe an eine Kreisgruppe gilt für gewöhnlich als große Ehre.

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