Bericht des Bauernverbands:Landwirte müssen Verluste verbuchen

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Besonders Milchviehhalter und Ackerbauern verzeichnen ein Minus

Die Wirtschaftsergebnisse der Landwirte im Freistaat sind laut Bayerischem Bauernverband (BBV) abermals gesunken. Zwar fällt das Minus im Wirtschaftsjahr 2019/2020 mit 3,8 Prozent viel geringer aus als im Vorjahr, als die Landwirte 17 Prozent Minus verkraften mussten. "Aber die vergleichsweise moderate Verschlechterung wird von den Auswirkungen der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Marktproblemen und Preisverlusten in den Schatten gestellt", sagt Bauernpräsident Walter Heidl. Der BBV bezieht sich auf den jährlichen Situationsbericht des Deutschen Bauernverbandes, der am Donnerstag veröffentlicht wurde.

Der Situationsbericht basiert auf den Ergebnissen der landwirtschaftlichen Haupterwerbsbetriebe von Juli 2019 bis Juni 2020. Eingegangen sind die Daten von fast 11 000 Bauernhöfen in Deutschland, fast ein Drittel davon sind Betriebe aus Bayern. Die Ackerbauern im Freistaat verzeichnen demnach 10,4 Prozent Minus, bei Milchviehhaltern sind es 17 Prozent. Schweinehalter und andere sogenannte Veredelungsbetriebe konnten ihre Verluste aus den Vorjahren trotz deutlichem Plus nicht wettmachen. Die Ergebnisse sind nach Angaben des Bauernverbands repräsentativ, sie sind gemäß der letzten Agrarstrukturerhebung hochgerechnet worden.

"Essen aus Bayern ist in der aktuellen Krise wichtiger denn je", sagt Bauernpräsident Heidl. "Doch wir Bäuerinnen und Bauern haben mit einem dramatischen Preisverfall zu kämpfen. Der Preis für Schweinefleisch zum Beispiel hat sich seit dem Frühjahr fast halbiert." Heidl fordert eine "schnelle und wirksame Unterstützung" der bayerischen Landwirte. Um ihnen eine Zukunftsperspektive zu ermöglichen, fordert der Bauernpräsident, in den Beratungen für die künftige EU-Agrarpolitik, aber auch bei dem geplanten Insektenschutzgesetz des Bundes und der Umsetzung der neuen Düngeverordnung im Freistaat, Entscheidungen im Sinne der Landwirtschaft zu treffen.

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