Viele Milchkühe in Bayern werden in kleinen Schritten an die bevorstehende Umstellung auf Winterzeit gewöhnt. „Grundsätzlich ist es so, dass dem Tier die Zeitumstellung völlig egal ist“, sagt Markus Drexler, Sprecher des Bayerischen Bauernverbandes (BBV).
Veränderungen oder Probleme gebe es nur an „Schnittstellen“ zum Mensch, also zum Beispiel beim Melken oder Füttern. Wenn der Bauer plötzlich eine Stunde später in den Stall komme, dann könnten die Tiere ungeduldig werden, ihr gewohnter Rhythmus sei gestört.

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„Dort, wo Probleme durch eine abrupte Veränderung entstehen würden, versuchen die Tierhalterinnen und Tierhalter, dem durch eine allmähliche, sanfte Umstellung zu begegnen“, erklärt der BBV-Sprecher. Er spricht von „Trippelschritten“, in denen Bauern die Melk- und Fütterzeiten von Sommer- auf Winterzeit umstellen.
Erleichtert werde der sanfte Übergang auch dadurch, dass der Zeitdruck beim Melken oft nicht mehr so groß sei wie früher, erklärt der BBV-Sprecher: Früher sei bei vielen landwirtschaftlichen Betrieben täglich der Milchlaster vorbeigekommen. Heute werde die frische Milch seltener abgeholt. Dies verschaffe den Landwirten mehr zeitliche Flexibilität beim Melken.
Außerdem setze eine wachsende Zahl bayerischer Milchbauern Melkroboter und Fütterungsautomaten ein, bei denen die Uhrzeit vorher eingestellt werde, sagt Markus Drexler. Dadurch verliere das Thema Zeitumstellung für Milchbauern und ihr Vieh nach und nach an Bedeutung.
Nach Angaben des Landeskuratoriums der Erzeugerringe für tierische Veredelung in Bayern (LKV) haben Ende 2021 insgesamt 2743 bayerische Betriebe automatisierte Melksysteme (AMS) eingesetzt. 2023 waren es laut den Zahlen des LKV schon 3422 Betriebe. Das sind nach Drexlers Angaben etwa 15 bis 20 Prozent der Milchviehbetriebe im Freistaat: „Diese Zahlen bestätigen den Trend zur Automatisierung in der Milchviehhaltung und belegen: In Bayern ist AMS längst keine Nischentechnik mehr, sondern etabliert in einer wachsenden Zahl von Betrieben.“

