Bahnfahren in BayernZüge gibt’s in Bayern künftig nur noch weiß-blau und mit Raute

Lesezeit: 1 Min.

Die Züge in Bayern werden in Zukunft ein einheitliches Erscheinungsbild haben. Von 2028 an sollen neue Züge allesamt weiß-blau sein und ein Rautenmuster aufweisen.
Die Züge in Bayern werden in Zukunft ein einheitliches Erscheinungsbild haben. Von 2028 an sollen neue Züge allesamt weiß-blau sein und ein Rautenmuster aufweisen. (Foto: Bayerischen Eisenbahngesellschaft (Visualisierung))

Rote Züge, gelbe Züge, grüne Züge: Auf Bayerns Gleisen geht es bunt zu – noch. Denn in Zukunft sollen die S- und Regionalbahnen im „einheitlichen Landesdesign“ fahren.

Glosse von Maximilian Gerl

Das ländliche Ostbayern hat unbestritten seine Vorzüge. Der öffentliche Personennahverkehr gehört leider eher nicht dazu, vor allem, wenn dieser in Form eines Bahnanschlusses gesucht wird. Trotzdem kennt man sich auch abseits der Gleise mit diesem aus, wie jüngst eine (nicht repräsentative) Stichprobe mit einem ortsansässigen Vierjährigen ergab. Die Farbe der Oberpfalzbahn etwa wusste der Bub aus dem Stegreif zu benennen: Gelb! Der Zug, der nach Regensburg fährt: Rot! Und dieser „Alex“ nach München: Der ist natürlich blau!

So weit, so klar. Und bald Geschichte. Noch fahren überall in Bayern die Bahnunternehmen in ihren eigenen Farben herum. Wer beispielsweise mit der Deutschen Bahn zu tun hat, sieht oft rot; himmelblau kommt in Schwaben Arverio daher; in Grün und Gelb in Niederbayern die Waldbahn; weiß, blau und ein bisserl rot ist im Oberland die BRB. Doch die Zukunft bringt eine neue Farbenleere: „Bayern führt einheitliches Landesdesign für Regionalzüge ein“, teilte die Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) dieser Tage mit. Dieses sei ein „zentraler Baustein der Markenstrategie im Bahnland Bayern“.

Heißt: Künftig sollen die S- und Regionalbahnen auf Bayerns Gleisen nicht mehr in den Farben ihres Unternehmens fahren, sondern in denen ihres Bestellers. Und das ist eben der Freistaat, der sich offenbar mehr Wiedererkennbarkeit wünscht. Aber auch für die Fahrgäste soll das Re-Design neue Akzente setzen. Deswegen bekommen die Züge nicht nur einen einheitlichen Anstrich, sondern auch standardisierte Kontraste zur Orientierung; so sollen im Fahrzeuginneren blaue Markierungen verlässlich weiterhelfen.

Am auffälligsten für Pendlerinnen und Pendler dürfte trotzdem natürlich erst mal außen die neue Hülle sein. Oder wie die BEG Verkehrsminister Christian Bernreiter zitiert: „Wir bekommen Züge mit mehr Bayern-Seele sowie einem schicken, selbstbewussten und sachlich klaren Erscheinungsbild.“

Wer nun fürchtet, fortan in Bahnen herumzufahren, die großformatig mit dem Konterfei des Ministerpräsidenten tapeziert wurden: keine Panik! Niemand hat vor, Markus Söder derart flächendeckend aufzukleben. Zumindest noch nicht. An weiß-blaue Fahrzeuge mit Rautenmuster wird man sich aber gewöhnen müssen. Von Ende 2028 an soll das Design nach und nach überall dort ausgerollt werden, wo neue Züge zum Einsatz kommen. Nicht nur Vierjährige werden dann lernen müssen, nach ungewohnten Farben Ausschau zu halten – sofern denn überhaupt eine kommt. Selbst in Orten mit Bahnanschluss sehen da Pendler inzwischen schwarz.

© SZ - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

190 Jahre Erstfahrt der „Adler“
:Was von der Bahn-Euphorie der ersten Tage blieb

Von Nürnberg nach Fürth fuhr der Zug - eine kurze Strecke, aber so etwas wie der Aufbruch in die Modernisierung Bayerns. Heute überwiegen Hiobsbotschaften von der Bahn. Aber nicht mal auf dieser allerersten Strecke lief alles glatt.

Von Maximilian Gerl

Lesen Sie mehr zum Thema

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: