ArchäologieAugsburg schickt Römer-Denkmal für Ausstellung nach Rom

Lesezeit: 1 Min.

Im Römerlager im Augsburger Zeughaus steht ein Grabrelief mit der Darstellung eines Textilhandels.
Im Römerlager im Augsburger Zeughaus steht ein Grabrelief mit der Darstellung eines Textilhandels. Foto: Stefan Puchner/dpa

Von Augsburg in das Zentrum Italiens: Die steinernen Zeugen römischer Händlerfamilien reisen erstmals in die Ewige Stadt. Der Detailreichtum der Denkmäler sticht heraus.

SZ bei Google bevorzugen

Die Stadt Augsburg wird gewichtige Denkmäler aus der Zeit des römischen Imperiums für eine Ausstellung nach Rom ausleihen. Wie die Augsburger Stadtverwaltung mitteilte, will das Museo delle Civiltà (Museum der Zivilisationen) in der italienischen Hauptstadt drei etwa 1800 Jahre alte römische Grabreliefs aus Augsburg zeigen.

Die Steinblöcke sollen von Oktober bis Januar in einer Ausstellung zu sehen sein, in der der Handel im Römischen Reich thematisiert wird. Laut der Stadt Augsburg werden voraussichtlich rund 500 Exponate aus italienischen und internationalen Museen zu sehen sein.

Die Augsburger Grabreliefs zeigen Motive aus dem Wein- und Textilhandel. Sie waren an den Grabmonumenten römischer Händlerfamilien angebracht, die aus Augusta Vindelicum stammten – wie das römische Augsburg einst hieß.

SZ Bayern auf Whatsapp
:Nachrichten aus der Bayern-Redaktion – jetzt auf Whatsapp abonnieren

Von Aschaffenburg bis Berchtesgaden: Das Bayern-Team der SZ ist im gesamten Freistaat für Sie unterwegs. Hier entlang, wenn Sie Geschichten, News und Hintergründe direkt aufs Handy bekommen möchten.

Die Familien demonstrierten mit der Grabdarstellung ihren wirtschaftlichen Erfolg. Die Augsburger Objekte würden „durch ihre gute Erhaltung und den Detailreichtum“ herausstechen, teilte die Stadt Augsburg mit.

„Dass die Auftraggeber der antiken Grabmäler jemals persönlich bis in die Hauptstadt Rom gereist waren, ist eher unwahrscheinlich“, sagte Augsburgs Stadtarchäologe Sebastian Gairhos. „Umso außergewöhnlicher ist die Tatsache, dass jetzt ihre Reliefs die Reise antreten können.“

Der Name Augsburgs erinnert an den römischen Kaiser Augustus, der vor mehr als 2000 Jahren die Gründung der Stadt eingeleitet haben soll. Augusta Vindelicum wurde später von den Römern zur Hauptstadt ihrer Provinz Raetien gemacht.

Um die römische Geschichte der Stadt modern zu präsentieren, will Bayerns drittgrößte Kommune in den kommenden Jahren auf dem Gelände des früheren Gefängnisses im Augsburger Zentrum ein neues Museum errichten. Die Hälfte der geplanten Investitionskosten in Höhe von 60 Millionen Euro will der Freistaat tragen. Im kommenden Jahrzehnt soll es in Augsburg sowie in Kempten und Straubing als weiteren römischen Standorten in Bayern eine große Römer-Landesausstellung geben.

© SZ/DPA - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

Kultur in Bayern
:Fichtenhorn statt Alphorn

Die Instrumente sind 4,32 Meter lang, gekrümmt, gebogen. Und da sollen Töne rauskommen? Die Speichersdorfer Fichtenhornbläser wissen, wie das geht.

SZ PlusVon Christian Kern

Lesen Sie mehr zum Thema

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: