Sensationsfund bei Bauarbeiten in RegensburgArchäologen finden bislang ältestes Mithras-Heiligtum Bayerns

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Eine Grabung am Stahlzwingerweg in Regensburg  brachte für Archäologen sensationelle Funde ans Tageslich: ein Heiligtum des Gottes Mithras.
Eine Grabung am Stahlzwingerweg in Regensburg  brachte für Archäologen sensationelle Funde ans Tageslich: ein Heiligtum des Gottes Mithras. Archäo Team Regensburg

Die Funde stammen  demnach aus der Zeit zwischen 80 und 171 nach Christus. Forscher gehen davon aus, dass es sich um Reste eines Tempels für den römischen Gott handelt.

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Bei einer Grabung in der Regensburger Innenstadt haben Archäologen das älteste bisher in Bayern bekannte Mithras-Heiligtum gefunden. Dieses sei eine der wichtigsten Neuentdeckungen zum römischen Regensburg in den vergangenen zehn Jahren, teilte die Stadt mit. Das Heiligtum stammt demnach aus der Zeit zwischen 80 und 171 nach Christus, wie Münzfunde gezeigt hätten. Damals gab es im heutigen Regensburg-Kumpfmühl schon eine römische Militäranlage, das sogenannte Kohortenkastell.

Die ersten Spuren hat laut Mitteilung ein Team von Archäologen bei routinemäßigen Grabungen vor dem Bau neuer Wohnungen gefunden. Zunächst sei jedoch nicht klar gewesen, worum es sich handle, da die Baugrube eng gewesen sei und die Forscher nur in mehreren getrennten Etappen hätten graben können. Dass es sich um einen Tempel für den römischen Gott Mithras handeln muss, sei erst bei der Zusammenschau der Funde klar geworden.

Neben den Münzen habe man einen Weihestein, Reste von Votivblechen und Beschläge eines Schreins gefunden. Zudem hätten Keramikscherben, Räucherkelche und Henkelkrüge auf den Mithras-Kult hingewiesen. Vom Tempel selbst, der aus Holz bestand, sei wenig erhalten.

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Der Fund sei in doppelter Hinsicht einzigartig, sagte Maximilian Ontrup, Experte für provinzialrömische Archäologie bei den Museen der Stadt Regensburg: „Zum einen ist das Regensburger ‚Mithräum‘ das erste Heiligtum aus römischer Zeit, das überhaupt in der Altstadt identifiziert wurde.

Und überregional ist es das älteste von insgesamt neun, die in Bayern bisher entdeckt worden sind.“ Der Tempel und sein Inventar lieferten neue Erkenntnisse zu Kultpraxis und Kultgeschehen und damit zum Verständnis des immer noch geheimnisvollen Mithras-Kults insgesamt.

Bei der Grabung wurden auch Münzen gefunden – wie diese mit einer Abbildung von Kaiser Hadrian.
Bei der Grabung wurden auch Münzen gefunden – wie diese mit einer Abbildung von Kaiser Hadrian. Museen der Stadt Regensburg

Die Stadt Regensburg und das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege wollen ein Projekt zur Auswertung der Funde nun verlängern. Die Objekte sollen an die Museen der Stadt Regensburg gehen.

Der Mithraskult war eine im Römischen Reich verbreitete Mysterienreligion, die den Gott Mithras verehrte und nur eingeweihten Männern zugänglich war. Das zentrale Kultbild zeigte Mithras, der einen Stier tötet. Die Rituale fanden in unterirdischen Kulträumen statt. Seine Blütezeit begann ab dem Ende des zweiten Jahrhunderts, bevor er im Laufe des vierten und frühen fünften Jahrhunderts wie andere Kulte vom Christentum verdrängt wurde.

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