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Afrikanische Schweinepest:Bayern baut Hunderte Kilometer Schutzzäune

Zahl gejagter Tiere

Die Schuldigen: Wildschweine gelten als Überträger der Afrikanischen Schweinepest.

(Foto: Gregor Fischer/dpa)

Im Kampf gegen die Afrikanische Schweinepest zäunt sich der Freistaat ein. Wildschweine sollen draußen beiben. Für Jäger gibt es besondere Anreize, auf die Tiere zu schießen.

Mit Zäunen von mehreren Hundert Kilometern Länge an den Autobahnen reagiert Bayern auf die Afrikanische Schweinepest. Die Tierseuche hat inzwischen auch Sachsen erreicht. Um ihre Ausbreitung einzudämmen, würden insgesamt etwa 500 Kilometer feste Wildschutzzäune entlang der Autobahnen im Grenzgebiet zu Sachsen, Thüringen und der Tschechischen Republik aufgestellt, sagte Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) am Dienstag.

Dem Land Sachsen will Bayern zudem 25 Kilometer mobile Zäune zur Verfügung stellen. "Wir nehmen die aktuelle Situation sehr ernst", betonte Glauber. Die Baumaßnahmen der Zäune an Bayerns Autobahnen seien fast abgeschlossen und man prüfe weitere Präventionsmöglichkeiten. "Wir wollen bestmöglich vorbereitet sein und schnell reagieren können."

Als weitere Schutzmaßnahme sollen die 350 Kilometer mobiles Zaunmaterial, das der Freistaat zuvor schon beschafft hatte, noch mit Material im Wert von drei Millionen Euro aufgestockt werden. Zudem wurde für das aktuelle Jagdjahr die Abschussprämie für Keiler - also männliche Tiere - in den grenznahen Landkreisen zu Thüringen, Sachsen und Tschechien bereits von 20 Euro auf 100 Euro pro Tier verfünffacht. So sollen Jäger im Freistaat dafür sorgen, dass der Wildschweinbestand schrumpft.

Die für Menschen ungefährliche Tierseuche führt bei Wild- und Hausschweinen häufig nach kurzer Krankheit zum Tod. Es gibt keine Impfstoffe dagegen. Am Wochenende ist nach Brandenburg in Sachsen als zweitem Bundesland ein Fall der Tierseuche nachgewiesen worden.

© SZ/dpa/sim
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