Kratzers Wortschatz Weißwein mit Cola und Erdnüssen

Nur in Unterfranken kommt man wohl auf die Idee "Scheeselack" zu trinken. Außerdem: Arme Seelen, Dobernickel und andere Leckerbissen der bayerischen Sprache.

Dobernickel

Wegen des trockenen Sommers war von den Waldpilzen lange Zeit nichts zu sehen. In den vergangenen Wochen aber schossen die Schwammerl förmlich aus dem Boden. Jene Glücklichen, die gute Schwammerlplätze kennen, berichten von Rekordfunden, vor allem Steinpilze waren zuletzt in einem ähnlichen Überfluss vorhanden wie Äpfel und Zwetschgen. Man musste die Schwammerl nicht mehr suchen, sondern nur noch brocken. Aus dem Bayerischen Wald berichteten Schwammerlfreunde unisono: "Mei, hob i vui Dobernickel gfunden!"

Der Steinpilz hat ja mehrere Namen. Herrenpilz heißt er, weil er früher wohl unter Androhung von Strafen bei den grundbesitzenden Herren abgeliefert werden musste. An der Grenze im Osten ist der Steinpilz als Dobernickel (Dobernigl, Doberling) bekannt. Auch in Böhmen wird er so genannt, in dem Namen steckt das tschechische Wort dobry (gut).

Bild: dpa 30. Oktober 2018, 15:132018-10-30 15:13:36 © sz.de/ dpa