Nach AfD-Wahlerfolg in Sachsen-AnhaltDemos in Bamberg und Regensburg gegen rechts

Lesezeit: 2 Min.

„FCK AFD!“ ist auf einem Protestschild der Gegendemonstration zur Demonstration des „Projekt M1llion“ zu lesen. In Bamberg zog die Initiative „Einigkeit für Deutschland/Projekt M1llion“ mit einer Großdemo durch die Straßen und trifft dabei auf Gegenproteste.
„FCK AFD!“ ist auf einem Protestschild der Gegendemonstration zur Demonstration des „Projekt M1llion“ zu lesen. In Bamberg zog die Initiative „Einigkeit für Deutschland/Projekt M1llion“ mit einer Großdemo durch die Straßen und trifft dabei auf Gegenproteste.
Foto: Pia Bayer/dpa

Nach dem AfD-Erfolg in Sachsen-Anhalt sind in Bayern Tausende gegen rechts auf die Straße gegangen. Es gab aber auch rechtsgesinnte Demos – jedoch mit deutlich geringere Beteiligung.

SZ bei Google bevorzugen

An die 20 000 Menschen sind in München, Bamberg und Regensburg gegen Rechtsextremismus auf die Straße gegangen. Nach dem AfD-Wahlsieg in Sachsen-Anhalt wurde der Ruf nach einem Verbotsverfahren lauter.

In München und Bamberg gab es auch rechtsgesinnte Demos, die sich gegen die Bundesregierung von Kanzler Friedrich Merz (CDU) richteten und den Rücktritt von Merz forderten. An diesen Demos beteiligten sich laut Polizei knapp 2000 Menschen. Die Kundgebungen verliefen weitgehend störungsfrei.

SZ Bayern auf Whatsapp
:Nachrichten aus der Bayern-Redaktion – jetzt auf Whatsapp abonnieren

Von Aschaffenburg bis Berchtesgaden: Das Bayern-Team der SZ ist im gesamten Freistaat für Sie unterwegs. Hier entlang, wenn Sie Geschichten, News und Hintergründe direkt aufs Handy bekommen möchten.

In München nahmen im Bereich des Siegestors nach Angaben der Polizei rund 12 000 Menschen an einer sogenannten Prüf-Demo teil – viermal so viele wie ursprünglich angemeldet. Die bundesweite Aktion fordert, dass die vom Verfassungsschutz als rechtsextremer Verdachtsfall oder gesichert rechtsextrem eingestuften Parteien vom Bundesverfassungsgericht überprüft werden sollen.

Am Königsplatz wehten zur gleichen Zeit Deutschlandfahnen. Dort forderten rund 350 Demonstranten: „Diese Regierung muss weg.“ Angemeldet war die Veranstaltung ursprünglich für bis zu 1000 Teilnehmer. Laut Polizei versammelten sich in direkter Nähe rund 100 Gegendemonstranten.

In Bamberg zieht die Initiative „Einigkeit für Deutschland/Projekt M1llion“ mit einer Großdemo durch die Straßen. Die Initiative fordert unter anderem den Rücktritt der Bundesregierung und sofortige Neuwahlen.
In Bamberg zieht die Initiative „Einigkeit für Deutschland/Projekt M1llion“ mit einer Großdemo durch die Straßen. Die Initiative fordert unter anderem den Rücktritt der Bundesregierung und sofortige Neuwahlen.
Foto: Pia Bayer/dpa

Auch in Bamberg waren Deutschlandfahnen zu sehen: Mit Trommeln und Trillerpfeifen zogen bei einer Demo der Initiative „Einigkeit für Deutschland – Projekt M1llion“ laut Polizei rund 1500 Menschen durch die Stadt. „Merz muss weg“, hieß es auf einem Transparent, auf einem anderen stand „Omas gegen Frieden“. Die Gruppe fordert unter anderem Neuwahlen, einen Migrationsstopp und den Rücktritt der Bundesregierung.

An einer Gegendemo beteiligten sich rund 4000 Menschen. Dazu aufgerufen hatten verschiedene Organisationen, darunter die „Omas gegen Rechts“. „Hier ist kein Platz für rechte Hetze“ und „Braune Soß nur zum Kloß“, lauteten hier die Slogans. Nur kurzzeitig sei es hier zu Verzögerungen der Demo von „Projekt M1llion“ gekommen, berichtete ein Polizeisprecher. 14 Menschen hätten mit einer Sitzblockade versucht, den Demo-Zug aufzuhalten. Einige hätten weggetragen werden müssen, ehe die Demonstranten von „Projekt M1llion“ weitermarschieren konnten.

Zur Gegendemo hatten verschiedene Organisationen aufgerufen, darunter die „Omas gegen Rechts“.
Zur Gegendemo hatten verschiedene Organisationen aufgerufen, darunter die „Omas gegen Rechts“.
Foto: Pia Bayer/dpa

In Regensburg gingen rund 3500 Menschen gegen rechts auf die Straße, wie die Polizei mitteilte. Die Initiative gegen Rechts (IgR) hatte angesichts des AfD-Wahlerfolgs in Sachsen-Anhalt dazu aufgerufen. Man wolle ein klares Signal senden: „Wir stehen weiter zusammen gegen menschenfeindliche Positionen, an der Seite Betroffener der extremen Rechten in Sachsen-Anhalt und für ein offenes, solidarisches Regensburg“, erläuterte die IgR. „Eine Stimme für die AfD verbessert nichts für die Menschen, weder für ihre Wählerinnen und Wähler, und sie gefährdet unmittelbar Minderheiten, die von ihrer Politik zuerst ins Visier genommen werden.“

© SZ/DPA - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

Heimatfotografie
:Hardcore-Bilder aus dem Bayerischen Wald

Das Leben hat den Menschen in diesem kargen Landstrich Ostbayerns viel abverlangt. Martin Waldbauer zeigt es in seinem neuen Bildband.

SZ PlusVon Sebastian Beck

Lesen Sie mehr zum Thema

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: