Man nehme zum Beispiel Eva Profousová: Sie hat die bedeutendsten zeitgenössischen tschechischen Schriftsteller übersetzt, von Jáchym Topol bis Radka Denemarková oder Jaroslav Rudiš. Und alleine wenn diese renommierte Übersetzerin nun für mehrere Monate in Bamberg im Internationalen Künstlerhaus Villa Concordia einzieht, bringt sie ein immenses Wissen, ein großes Vermittlungspotenzial zwischen Tschechien und Deutschland quasi im Gepäck mit.
Beim Stipendiatenprogramm des Freistaats in der Bamberger Villa ist die Vermittlung zwischen Sprachen und Kulturen sowieso mehr als ein papierner Gedanke: Hier wird er Jahr für Jahr gelebt. Zuletzt mit einem ukrainischen, irischen oder türkischen Jahrgang, nun mit den direkten tschechischen Nachbarn – nicht zuletzt auch in Vorbereitung auf die Frankfurter Buchmesse, bei der Tschechien im Herbst Gastland ist.
Sechs von 13 bildenden Künstlern, Musikerinnen, Schriftstellern und eben Übersetzerinnen stammen diesmal aus Tschechien, zum Beispiel der Komponist Pavel Šaback oder die Schriftstellerin Dora Kaprálová. Sie werden dort in den nächsten Wochen auf sieben deutsche Kolleginnen und Kollegen treffen, zum Beispiel auf den Schriftsteller Leon Engler (dessen Debüt „Botanik des Wahnsinns“ man gar nicht genug rühmen kann) oder die Künstlerin Johanna Ehmke. Weiteres ist unter villa-concordia.de zu erfahren oder am 19. Mai im Bamberger Künstlerhaus selbst, bei der öffentlichen Begrüßung von Direktorin Nora Gomringer. Und dann geht es erst richtig los.


