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Balderschwang:Anklage nach tödlichem Traktorunfall

Zwei tote Kinder nach Traktorunfall im Allgäu

Nach einem Traktorunfall mit zwei toten Kindern hat die Staatsanwaltschaft Kempten Anklage gegen den Vater des damals 13 Jahre alten Fahrers erhoben.

(Foto: dpa)

Im vergangenen Juli sterben zwei Kinder bei einem Unfall mit einem Traktor. Am Steuer saß ein 13-Jähriger. Sein Vater soll sich jetzt wegen fahrlässiger Tötung vor dem Amtsgericht verantworten.

Das Unglück hat das Oberallgäu im vergangenen Juli erschüttert, als ein zehnjähriger Bub und ein 13-jähriges Mädchen bei einem Traktorunfall starben. Am Steuer saß ein 13-Jähriger. Nun hat die Staatsanwaltschaft Kempten Anklage gegen den Vater des jungen Fahrers erhoben. Er soll sich wegen fahrlässiger Tötung in zwei Fällen vor dem Amtsgericht Sonthofen verantworten. Der 13-Jährige selbst ist noch nicht strafmündig.

Vier Kinder waren damals auf der Lenzenalpe in Balderschwang unterwegs, der Bub am Steuer, drei andere saßen in der Ladeschaufel des Traktors. Der Anklage zufolge kam der Fahrer wegen einer Unachtsamkeit vom Weg ab und kollidierte mit einem Baumstumpf. Deswegen seien zwei der drei Kinder aus der Frontschaufel hinausgeschleudert und vom Traktor überrollt worden. Der Bub und das Mädchen starben an der Unfallstelle.

Der Vater des 13-Jährigen habe gewusst, dass sein Sohn das Fahrzeug steuert, schreibt die Staatsanwaltschaft. Die Frontschaufel, in der die Kinder saßen, war für "den Personentransport" nicht zugelassen. Der Unfall hatte damals die ganze Region bewegt. Dass ein 13-Jähriger einen Traktor steuert, ist auf dem Land nicht ungewöhnlich, viele Kinder arbeiten in der elterlichen Landwirtschaft mit.

© SZ vom 11.02.2020 / SZ/kbl
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