Mehr Fahrten auf stark nachgefragten Strecken – aber auch Baustellen und gestrichene Verbindungen: Mit dem Fahrplanwechsel am Wochenende (14. Dezember) kommen auf Bahnreisende in Bayern wieder Änderungen zu. Ein Überblick:
Andere Taktung im Fernverkehr
Nahezu im Halbstundentakt soll es künftig ICE-Züge zwischen Erfurt und Nürnberg geben. Möglich wird dies laut Deutscher Bahn durch zusätzliche Fahrten und veränderte Abfahrtzeiten. Dadurch würden diverse Umsteigeverbindungen jeweils um rund 30 Minuten verkürzt; eine Fahrt von Ansbach nach Berlin soll so theoretisch in drei Stunden und 30 Minuten möglich werden.
Taktverdichtungen sind unter anderem auch bei den ICE-Zügen zwischen München und Berlin und zwischen München und Augsburg geplant. Andere Änderungen klingen eher nach Detail, könnten aber bestenfalls mehr Stabilität in den Fahrplan bringen. So sollen auf der Linie München–Nürnberg–Würzburg–Hannover–Hamburg zwölfteilige ICE 4 mit je 830 Sitzplätzen eingesetzt werden – und zwar ohne die bisher verspätungsanfälligen Zugteilungen in Hannover. Auch bei der stündlichen ICE-Linie München–Nürnberg–Aschaffenburg–Frankfurt–Köln–Essen entfällt in Würzburg das einmal am Tag vorgenommene An- und Abkuppeln eines Zugteils. Der Nachteil: ohne Koppeln kein zweites Ziel, manche Direktverbindungen entfallen also.

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Auch anderswo wird man Abstriche machen müssen. Zwischen Leipzig, Jena, Lichtenfels und Nürnberg etwa dünnt die Deutsche Bahn das IC-Angebot aus, die Nachfrage sei „extrem schwach“. Und Fürth verliert einen nächtlichen ICE-Halt: Die Bahnsteige sind für den neu eingesetzten Zugtypen zu niedrig.
Mehr und weniger Züge für Touristen
Öfter mal nach Österreich: Von München, Rosenheim, Prien, Traunstein und Freilassing aus gibt es mehr Direktverbindungen nach Klagenfurt und nach Graz. Fahrgäste aus Günzburg und Augsburg haben künftig drei umsteigefreie Hin- und Rückfahrten. Vormittags fährt außerdem fortan ein Eurocity von München direkt nach Ljubljana und Zagreb.
Änderungen erwartet auch manch bayerische Tourismusdestination: Die Direktverbindungen von Hamburg nach Oberstdorf und Berchtesgaden können „in der bisherigen Form“ nicht mehr angeboten werden, teilt die Deutsche Bahn mit. Stattdessen soll Oberstdorf mit Zügen nach beziehungsweise von Nordrhein-Westfalen im Fernverkehr „angebunden“ werden. Für Fahrten nach Berchtesgaden sollen Reisende in Freilassing auf die Regionalbahnen umsteigen.
Sind die Strecken nicht ganz so lang, hat sich durch das Deutschlandticket ein Teil des touristischen Verkehrs ohnehin vom Fern- in den Regionalverkehr verlagert. Das gilt besonders für die Gleise zwischen München und Salzburg. Dort sollen die Kapazitäten laut Bayerischer Eisenbahngesellschaft (BEG) erhöht werden. Im Gegenzug wird es an anderer Stelle Einsparungen geben: Auch nach dem Fahrplanwechsel könnten auf verschiedenen, nicht näher benannten Strecken „einzelne, vorwiegend sehr gering nachgefragte Züge“ gestrichen werden.

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Nur kleine Korrekturen im Regionalverkehr
Der Fahrplanwechsel wirkt sich auch auf den Regional- und S-Bahn-Verkehr aus. Im Vergleich zum Vorjahr fallen die Änderungen aber laut BEG diesmal deutlich kleiner aus. Zu den größeren gehört eine veränderte Linienführung bei der Nürnberger S-Bahn. Der Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN) wächst zudem um den Landkreis Neustadt an der Waldnaab und die Stadt Weiden.
Auch der Münchner Verkehrs- und Tarifverbund vergrößert sich – um die Landkreise Mühldorf und Garmisch-Partenkirchen sowie Stadt und Landkreis Landshut. Dafür scheidet der Landkreis Kelheim aus der Tarifkooperation mit dem Regensburger Verkehrsverbund aus. RVV-Tickets gelten dort also von 1. Januar 2026 an nicht mehr.
In Ostbayern tritt ein neuer Verkehrsvertrag in Kraft. Im Zuge dessen soll die Länderbahn einige Taktlücken schließen, etwa auf der Strecke Regensburg–Weiden–Marktredwitz. Im Ostallgäu soll die neu gebaute Station Marktoberdorf-Nord künftig stündlich bedient werden.
Baustellenpläne und Preiserhöhungen
Baustellen und andere Abweichungen im Betriebsablauf haben schon 2025 die Fahrpläne häufig durcheinander gebracht. Sollte es 2026 anders laufen, wäre das eine echte Überraschung.
Die vielleicht größte Baustelle des Landes entsteht zwischen Nürnberg, Regensburg und Passau: Die Strecke erfährt von Anfang Februar an eine Generalsanierung, was laut Deutscher Bahn „vorübergehend längere Fahrzeiten oder Angebotsreduktionen erforderlich“ mache. Deutlicher formuliert das die BEG: Die Strecke werde komplett gesperrt, mit Auswirkungen weit über die Region hinaus. Da Fern- und Güterzüge über andere Routen umgeleitet würden, „muss der Regionalverkehr auch weit entfernt von dieser Großbaustelle auf Fahrten verzichten, beispielsweise in Oberbayern und Schwaben“.
Immerhin: Die DB will die Preise im Fernverkehr diesmal stabil halten. Anderswo wird man dagegen für das Fahren mit Bus und Bahn teils deutlich mehr Geld ausgeben müssen. Der VGN etwa hat angekündigt, zum Jahreswechsel die Preise um durchschnittlich 2,96 Prozent zu erhöhen, um den steigenden Kosten bei Personal und Energie zu begegnen. Beim RVV beträgt das Plus sogar 4,28 Prozent.
Auch das Deutschlandticket kostet von Januar an mehr, statt 58 nämlich 63 Euro. Und Azubis und Studierende zahlen fürs Bayerische Ermäßigungsticket nicht mehr 38, sondern 43 Euro.
Die neuen Verbindungen des Fahrplans 2026 sind unter anderem in der Fahrplanauskunft der Deutschen Bahn auf www.bahn.de sowie im DB Navigator abrufbar. Die BEG hat alle Fahrplanänderungen in Bayern aufgelistet und nach Regionen sortiert: www.bahnland-bayern.de/fahrplanwechsel

