Modernisierung des Schienenverkehrs in BayernEs tut sich etwas auf der „Dieselinsel“

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Von der Elektrifizierung sind in Bayern noch reichlich Strecken weit entfernt. Im Osten des Freistaates soll es langsam vorangehen.
Von der Elektrifizierung sind in Bayern noch reichlich Strecken weit entfernt. Im Osten des Freistaates soll es langsam vorangehen. Foto: Robert Haas
  • Das Eisenbahn-Bundesamt hat das Planfeststellungsverfahren für die Elektrifizierung zwischen Hof und Martinlamitz abgeschlossen, womit der erste Abschnitt der 180 Kilometer langen Ausbaustrecke „baureif“ ist.
  • Die Hauptbaumaßnahmen sollen zwischen 2031 und 2033 stattfinden und nach Schätzungen aus 2024 zwischen 500 Millionen und einer Milliarde Euro kosten.
  • Allerdings könnte es durch Klagen zu Verzögerungen beim Bau kommen – und auch die Finanzierung durch den Bund steht noch aus.
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Die Bahn spricht von einem „Meilenstein“: Der erste Abschnitt zwischen Hof und Regensburg kann elektrifiziert werden. Bis zum Baubeginn dürften allerdings erneut viele Jahre vergehen.

Von Max Weinhold Hernandez

Bis auf den Bahngleisen im Osten Bayerns elektrische Züge fahren können, werden noch Jahre vergehen – immerhin langsam geht es aber voran mit der Modernisierung der Strecke zwischen Hof und Regensburg: Wie die Deutsche Bahn (DB) am Dienstag mitteilte, habe das Eisenbahn-Bundesamt sein Planfeststellungsverfahren für die Elektrifizierung des Abschnitts zwischen Hof und Martinlamitz (Landkreis Hof) abgeschlossen, den ersten Teil der mit 180 Kilometern laut DB längsten Ausbaustrecke Bayerns. Das Vorhaben sei damit „baureif“.

Verzögern könnte sich das Unterfangen allerdings durch Klagen – und auch die Finanzierung durch den Bund steht noch aus. Sofern aber keine Klagen erhoben würden und der Bund das erforderliche Geld für die geplanten Arbeiten zur Verfügung stelle, seien nach aktuellem Stand 2029 und 2030 „bauvorbereitende Maßnahmen“ vorgesehen, teilte eine DB-Sprecherin auf Nachfrage mit. Die „Hauptbaumaßnahmen“ könnten demnach zwischen 2031 und 2033 stattfinden. Die Kosten für den 25 Kilometer langen Abschnitt sollten einer Schätzung aus dem Jahr 2024 zufolge zwischen 500 Millionen und einer Milliarde Euro betragen.

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Die Strecke in Oberfranken soll der Anfang der Modernisierung des sogenannten Ostkorridors Süd zwischen Hof und Regensburg/Obertraubling sein. Geplant ist auf dem Abschnitt gleich eine ganze Reihe an Vorhaben, neben der Elektrifizierung der Gleise etwa der Umstieg auf das europäische Zugsicherungssystem ETCS sowie der Bau neuer Weichen und eines dritten Gleises zwischen Hof und Oberkotzau.

Projektleiter Matthias Holfeld sprach am Dienstag von einem „Meilenstein für den Bahnausbau in Nordbayern“. Aus Sicht von Kritikern erfolgt dieser indes sehr spät – nördlich von Hof sind die Gleise nach DB-Angaben bereits seit 2013 elektrifiziert, südlich der oberfränkischen Stadt nicht. Bislang müssen Reisende dort deshalb in dieselbetriebene Züge umsteigen. Die Elektrifizierung und der Ausbau von Hof über Oberkotzau nach Martinlamitz würden künftig mehr Platz für den Zugverkehr schaffen und damit auch die Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit auf der Schiene in der Region erheblich verbessern, kündigte Holfeld nun an.

Auf der Internetseite der DB ist die Rede davon, dass die Elektrifizierung der Strecke „eine der größten Dieselinseln Westdeutschlands“ beseitige. Auf lange Sicht soll die Modernisierung die Wiedereinführung einer Fernverkehrsverbindung zwischen München und Dresden ermöglichen sowie die Fahrtzeit zwischen Hof und Regensburg um 20 Minuten verringern. Wann dies der Fall ist, ist ungewiss. Kurzfristig dürfte es aufgrund der veralteten Infrastruktur zu Verspätungen, mittelfristig wegen der Bauarbeiten zu längeren Fahrzeiten kommen.

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