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Badestrand in Nürnberg:Schwimmen verboten

Karibikfeeling mitten in Franken: Nürnberg hat seinen ersten Badestrand in der Stadt, mit feinstem Quarzsand, Liegestühlen und klarem Wasser. Dumm nur, dass das Baden ausgerechnet dort verboten ist - und das gleich aus mehreren Gründen.

Am Ufer eines Sees in der Nürnberger Innenstadt ist ein 150 Meter langer Badestrand aus feinem Quarzsand eröffnet worden - allerdings gilt dort vom ersten Tag an ein Badeverbot. Nur Sonnenbaden ist an Nürnbergs erstem Sandstrand am Nordufer des Wöhrder Sees erlaubt.

Dazu stehen in dem beliebten Naherholungsgebiet Liegedecks aus Holz bereit. "Der Sicherheitsgedanke hat den Ausschlag für das Badeverbot gegeben", sagte Nürnbergs Umweltreferent Peter Pluschke am Montag. Strömungen im See stellten eine zu große Gefahr für Schwimmer dar. Zeitweise sei auch die Belastung durch Keime zu hoch. Finanzminister Markus Söder (CSU) sprach bei der Eröffnung des eine halbe Million Euro teuren Sandstrands dennoch von einem "echten Strandfeeling". Umweltminister Marcel Huber (CSU) sah sogar "karibisches Flair" in die Frankenmetropole einziehen.

Das Projekt sei Teil einer größeren Umgestaltung des Sees, sagte Huber. Die "Wasserwelt Wöhrder See" werde am Ende aus ökologischen Flächen und öffentlich nutzbaren Zonen bestehen. Durch die Aufschüttungen für den Sandstrand erhöhe sich die Fließgeschwindigkeit des Wassers. Ablagerungen würden dadurch minimiert. Insgesamt investiere der Freistaat bis 2014 rund 13 Millionen Euro in die "blaue Wohlfühl-Öko-Oase Nürnbergs". Laut Umweltreferent Pluschke gilt aktuell für alle Nürnberger Gewässer ein Badeverbot. Wer am neuen Strand dennoch ins kühle Nass springt, begeht eine Ordnungswidrigkeit. "Die wird aber wohl nicht mit aller Schärfe geahndet", meinte Pluschke. Wer sich dem Badeverbot widersetze, tue dies letztendlich auf eigenes Risiko.

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dpa/wolf
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