bedeckt München 11°

Bad Staffelstein:Kritik an sozialen Medien

Bamberger Erzbischof Schick nennt Netzwerke teils "unsozial"

Als teilweise unsozial hat der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick soziale Medien bezeichnet. Bei einer medienpolitischen Veranstaltung in Kloster Banz nahm er am Samstagabend auch Bezug auf ein Facebook-Posting der AfD, das zu hasserfüllten Kommentaren ihm gegenüber im Internet geführt hatte. Schick sprach in diesem Zusammenhang von Beleidigung und der Eingrenzung von Persönlichkeitsrechten. Thema seines Referats war die "Aufnahme bedrohter Menschen als Grundsatz christlichen Lebens". Schick betonte, dass die sogenannten sozialen Medien "Stellschrauben" seien, mit denen wachsender Islamophobie in der Gesellschaft entgegengewirkt werden könne. Die Flüchtlingskrise ist das Thema der diesjährigen Medientage des Cartellverbands der katholischen deutschen Studentenverbindungen (CV) in Zusammenarbeit mit der Hanns-Seidel-Stiftung.

Begriffe wie "Flüchtlingskrise" oder "Flüchtlingsströme" können Schick zufolge dazu führen, dass man aufhört, den einzelnen Menschen zu sehen. "Wir müssen aufpassen, dass wir nicht alles in einen Topf werfen", sagte Schick. Wer verantwortlich in der Gesellschaft wirken will, der müsse differenzieren. Das heißt, dass auch Dinge, die wirklich schlecht sind, beim Namen genannt werden, so auch die Gewalttaten mit islamischem Hintergrund. Man dürfe aber nicht alle Muslime zu IS-Tätern oder zu Taliban machen. Die AfD hatte nach einer Podiumsdiskussion in Nürnberg Ende Oktober auf Facebook gepostet: "Kirche: Muslimischer Bundespräsident denkbar". Auf einem Foto Schicks ist zudem ein Stempel mit der Aufschrift "Halal" (muslimischer Begriff für erlaubte Lebensmittel) zu sehen. Unter dem Beitrag hinterließen User Hass-Kommentare gegen Schick. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Volksverhetzung und Beleidigung. Schick hat inzwischen eine einstweilige Verfügung gegen die Bundes-AfD beantragt. Damit will er erreichen, dass ein Facebook-Eintrag mit einer ihm zugeordneten, aber nach seiner Meinung unkorrekt verkürzten Aussage gelöscht wird.

© SZ vom 14.11.2016 / dpa

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite