Bad Kissingen Ex-OB wegen Verdacht auf Bestechlichkeit verhaftet

Es geht um Bestechung, Geldwäsche und Steuerhinterziehung: Der frühere Oberbürgermeister von Bad Kissingen soll sich an dubiosen Immobiliengeschäften beteiligt haben, nun sitzt er in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft ermittelt noch gegen sechs weitere Personen.

Von Katja Auer

Der frühere Oberbürgermeister von Bad Kissingen steht unter Verdacht, er habe sich bei einem Immobilienverkauf mit fast einer halben Millionen Euro bestechen lassen. Am Mittwoch wurde er festgenommen und sitzt seither in Untersuchungshaft. Gegen Karl Heinz Laudenbach wird wegen Bestechlichkeit ermittelt, wie die Staatsanwaltschaft Würzburg am Freitag mitteilte. "Ferner steht der Verdacht der Bestechung, Geldwäsche und Steuerhinterziehung im Raum."

2008 war der Fürstenhof, ein traditionsreiches Haus, das früher Hotel war und Sanatorium, bevor es die Arbeiterwohlfahrt zum Reha-Zentrum für Diabetes-Patienten machte, an eine Gesellschaft aus der Schweiz verkauft worden. Damals stand der Fürstenhof schon vier Jahre leer, viele Investoren hatten sich das Haus angesehen, in dem in den glanzvollen Zeiten der Kissinger Kur die Prominenz verkehrte. Nun soll ein neues Luxushotel entstehen.

Auch das benachbarte Café Schweizerhaus kauften die Investoren. Offenbar mit der tatkräftigen Unterstützung des damaligen Oberbürgermeisters, der wegen seiner recht international ausgerichteten Politik durchaus umstritten war. Mindestens 434.000 Euro soll er bei dem Geschäft nach Angaben der Staatsanwaltschaft bekommen haben. Laudenbach hatte damals noch betont, seine freundschaftliche Kontaktpflege zu ausländischen Investoren hätte bei dem Verkauf Früchte getragen.

Ermittelt wird gegen sechs weitere Personen, darunter sei aber kein Amtsträger der Stadt, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Dietrich Geuder. Auch sei außer Laudenbach niemand festgenommen worden. Am Mittwoch hatte die Staatsanwaltschaft zusammen mit Polizei und Steuerfahndung mehrere Häuser im In- und Ausland durchsucht. Auch im Bad Kissinger Rathaus waren sie und haben Akten aus der Amtszeit Laudenbachs mitgenommen.

Als "OB Gnadenlos" war Karl Heinz Laudenbach über Bad Kissingen hinaus bekannt, weil er als Oberbürgermeister Wildpinklern ein Bußgeld von 350 Euro aufbrummte. Wer auf die Straße spuckte, musste 100 Euro zahlen. Von 2002 bis 2008 saß der frühere Kriminaldirektor im Landeskriminalamt im Rathaus, bis er nach Querelen mit der CSU, die ihn zwar nominiert hatte, der er aber nie beigetreten war, überraschend erklärte, dass er nicht mehr antreten werde.